Julia Deck

Viviane Elisabeth Fauville

Roman
Cover: Viviane Elisabeth Fauville
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2013
ISBN 9783803132512
Gebunden, 144 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Anne Weber. Viviane Élisabeth Fauville ist Anfang vierzig. Was sie nicht mehr hat: ihren schönen Mann, ihr einstiges Zuhause. Was sie hat: eine zwölf Wochen alte Tochter, eine neue Wohnung voll mit nicht ausgepackten Umzugskisten, den Schaukelstuhl. Viviane hat ihren Psychoanalytiker getötet und rechnet nun jederzeit damit, dass man sie überführt. Die Tatwaffe ist gereinigt, die eigene Mutter als Alibi angegeben, ein Motiv nicht vorhanden ... und doch.
Élisabeth verliert sich in Straßen und Metrogängen, lauert den übrigen Verdächtigen auf, sie fragt und forscht, das Baby im Arm. Dann entdeckt die Polizei, dass ihre Mutter seit acht Jahren tot ist. Es schneit in Paris und die Welt gerät ihr aus allen Fugen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.11.2013

Der Mangel dieses Romandebüts, ein überweit getriebenes Vexierspiel um Mord und Verdrängung, ist Niklas Bender lieber als alle übliche Glätte anderer Erstlinge. Bender gefällt Julia Decks schnittiger Stil, gefällt auch die Perspektive der dritten Person, die ihn angenehm an Butor erinnert, gefällt der Plot um eine durchgeknallte alleinerziehende Mutter, die verdächtigt wird, ihren Psychiater erstochen zu haben. Eine Weile scheint ihm die Sprunghaftigkeit des Textes die Verwirrung der Heldin prima abzubilden. Irgendwann summt Bender der Kopf. Eines aber weiß er sicher: Ein banaler Krimi ist das nicht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.10.2013

Das Ende ist Eva Behrendt eine Spur zu enttäuschend. Davor aber hat Behrendt ein faszinierendes Romandebüt genossen, das sie mit grammatikalischen Eigenarten, bitterböser Komik und kühlem Ton auf ungewohnte Weise unterhalten hat. Ein Psychoanalytiker mit einem Messer im Bauch und eine Mörderin, die von Anbeginn festzustehen scheint, sind für die Rezensentin nur die Eckpunkte einer Geschichte, die die Autorin laut Behrendt mit ironisch gebrochenen Motiven aus der Psychoanalyse, exakter Paristopografie und einem experimentellen Umgang mit der Erzählhaltung tuned. Herauskommt laut Behrendt mehr als eine Fingerübung.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 09.10.2013

Rezensentin Nina Apin ist es eine Freude, sich von Julia Deck in diesem lakonisch-sarkastisch unterfütterten Krimi an der Nase herumführen zu lassen: Dessen Protagonistin hat womöglich ihren Psychoanalytiker erstochen - so genau weiß man es aber nicht, da Deck, wie Apin schildert, die Erzählung mit allerlei Kniffen immer soweit kippen lässt, dass man einfach nicht dahinter kommt, was es mit der möglichen und immer unberechenbarer auftretenden Mörderin auf sich hat. Das macht sie in Apins Augen allerdings nur interessanter - sympathisch findet sie deren Verdruss, sich den Erwartungen an die Lebensführung nicht zu fügen, sowieso. Allerdings ist die Kriminalgeschichte ohnehin "nur vordergründig", meint die Rezensentin: Wenn Deck die Pariser Bourgeoisie genüsslich aufspießt, sei dieser Roman erst ganz bei sich.
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