Eine vor wenigen Monaten undenkbare Entwicklung hat in vielen arabischen Ländern ihren Lauf genommen. Während in Deutschland über Al Quaida und die Bedrohung unserer Kultur durch radikale Muslime diskutiert wurde, ist in der arabischen Wekt unbemerkt eine neue Gernation herangewachsen. Die arabische Jugend hat sich erhoben und die scheinbar so sicheren Throne der Diktatoren ins Wanken gebracht. Wie kam es dazu? Warum jetzt, und warum waren es nicht die bereits bekannten politischen Oppositionellen, sondern eine Internetbewegung, die so vieles erreichen konnte? Julia Gerlach lebt als Journalistin in Kairo und hat die dort heranwachsende neue "Generation Freiheit" seit Jahren beobachtet. Vom Westen, der seit 2001 vorwiegend über die Bedrohung durch den militanten Islamismus diskutiert, haben diese jungen Menschen sich längst enttäuscht abgewandt. Sie suchen jetzt ihren eigenen Weg und werden die Grundfesten der Weltordnung, so wie wir sie kannten, langfristig erschüttern.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 12.10.2011
Eine prägnante Zusammenfassung der Situation in Ägypten, die zugleich auch eine Erneuerungssituation für den Islam darstelle, fand Beate Seel in diesem Buch der Kairo-Korrespondentin Julia Gerlach. Es eigne sich zudem gut, sich nochmals in die Aufbruchsstimmung von Anfang 2011 zu versetzen, auch wenn die Autorin keineswegs blauäugig sei, was weitere Entwicklungen des "Arabischen Frühlings? betrifft. Gefehlt haben der Rezensentin lediglich Einblicke ins ländliche Ägypten, wo die Tahrir-Erfahrung schlicht fehle und man deshalb mit anderen Dynamiken rechnen könne. Auch dass Gerlach nicht auf die Rolle des Militärs eingehe, findet Beate Seel zumindest überraschend.
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