Aus dem Englischen von pociao und Roberto de Hollanda. Auf einer Insel im Nordwesten der USA lebt Sam mit ihrer Schwester Elena und der schwerkranken Mutter in ärmlichen Verhältnissen. Sam arbeitet auf der Fähre, die die wohlhabenden Urlauber zu ihren Feriendomizilen bringt, während Elena im Golfclub kellnert. Sie beide träumen von einem besseren Leben, davon, woanders neu anzufangen. Dann, eines Nachts, erblickt Sam einen Bären, der durch die dunklen Gewässer vor der Küste schwimmt. Noch kann sie nicht ahnen, dass das wilde Tier die Welt der beiden Schwestern aus den Angeln heben und ihren lang gehegten Traum in Gefahr bringen wird.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.09.2024
Den Begriff Slow Burn für eine sukzessive zunehmende Spannung kennt Rezensent Bernhard Heckler eher von Netflix, aber für den neuen Roman von Julia Philipps passt diese Beschreibung auch sehr gut: Die Schwestern Sam und Elena werden von der Pflege der Mutter auf einer isolierten Insel zusammengehalten, ein Grizzlybär drängt sich in das Familienleben. Eine der Schwestern hat Angst vor ihm, die andere findet ihn faszinierend, erfahren wir, die Mutter stirbt und eigentlich wären die Schwestern nun nicht länger gezwungen, auf dieser Insel festzusitzen. Dass es dazu aber nicht kommt, so viel verrät Heckler, sorgt für die lichterlohen Flammen im Slow Burn. Ihn erinnert die Geschichte an die düsteren Grimm-Märchen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 23.07.2024
Ein vielschichtiges Buch, unter anderem über das Verhältnis der Menschen zur Natur, hat Julia Phillips laut Rezensentin Katharina Granzin geschrieben. Es dreht sich um Sam, eine Endzwanzigerin, die mit ihrer Schwester und ihrer Mutter auf einer Insel im Nordwesten der USA lebt, so die Kritikerin. Die enge Bindung an die beiden Verwandten ist für Sam, lernen wir, außerordentlich wichtig, Phillips betont dies zusätzlich, indem sie ihr Buch mit einem Auszug aus dem Märchen "Schneeweißchen und Rosenrot" eröffnet, das eine ähnliche Konstellation aufweist. Selbst hat Phillips freilich kein Märchen geschrieben, stellt Granzin klar, in ihrem Buch kommt die Sache in Bewegung, als ein Bär auftaucht, der das Verhältnis der beiden Schwestern zueinander verändert. Unter dem spannungsgeladenen familiären Drama werden laut Rezensentin schwere Themen wie Verantwortung und Schuld verhandelt. Nicht auf Antworten zielt das Buch dabei, schließt die von der Lektüre angetane Rezensentin, sondern auf das Evozieren einer archaischen Unausweichlichkeit.
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