Leuchtfische
Roman (Ab 14 Jahren)

Rotfuchs Verlag, Berlin 2024
ISBN
9783757100445
Gebunden, 256 Seiten, 19,90
EUR
Klappentext
Malina ist noch klein, als ihre Eltern die gleichaltrige Melek adoptieren. Sie hat sich zwar immer eine Schwester gewünscht, aber diese Melek kann sie nicht akzeptieren. Im Gegenteil - als die Perseiden eine Sternschnuppe nach der anderen vom Himmel schleudern, wünscht sie sich, dass Melek einfach verschwindet. Und nun, zehn Jahre später, scheint ihr Wunsch in Erfüllung zu gehen. Ausgerechnet in der Nacht, in der Malina mit Meleks großer Liebe Micha rumknutscht und die Perseiden wieder durch den Himmel fegen, fährt Melek mit dem Fahrrad in eine Autotür und fällt ins Koma. Und Malina glaubt fest, dass sie daran Schuld ist. Und so beschließt sie, in Meleks Heimatstadt Istanbul zu fliegen, um das Schicksal gnädig zu stimmen. Wie, weiß sie selbst nicht. Doch auf ihrer Reise findet Malina heraus, dass die Geschichte ihrer Adoptivschwester auch ihre eigene ist - und zwar mehr, als sie ahnte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.02.2025
Was für ein reichhaltiges Buch das ist, staunt Rezensentin Anna Nowaczyk bei der Lektüre des Romans Filiz Penzkofers. Dessen Handlung dreht sich, lesen wir, um Malina, die, nachdem ihre Adoptivschwester Melek einen Unfall hat, in Istanbul nach deren leiblichen Familie sucht. Es geht dabei um vieles gleichzeitig, fasst Nowaczyk zusammen: unter anderem um eine Dreiecksbeziehung über mehrere Generationen hinweg, um Rebellion gegen repressive Systeme und um migrantische Biografien. Der Rezensentin gefällt die einfallsreiche Protagonistin, Malina ist eine sehr zeitgemäße Figur, auch in ihrem Feminismus, der im Buch geschickt mit der Geschichte, auch mit den Unterschieden zwischen Istanbul und Malinas Heimatstadt Berlin verwoben wird. In Istanbul, lernt Nowaczyk von der Lektüre, steht bei politischem Aktivismus mehr auf dem Spiel, wobei Malina in der türkischen Metropole schnell Freunde findet. Ihre Investigation droht dabei, meint Nowaczyk, streckenweise in den Hintergrund zu rücken, bevor das Buch in der zweiten Hälfte so spannend wird, dass die Rezensentin es gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Insgesamt ergibt das ein großartiges Buch über Schicksal und Verantwortung, endet die ziemlich enthusiastische Rezension.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 04.12.2024
Rezensentin Dina Netz mag auch den zweiten Jugendroman von Filiz Penzkofer, die ihr hier die Coming-of-Age-Geschichte zweier ungleicher Schwestern erzählt: Malina und Melek sind fast gleich alt, weil Malinas Eltern die siebenjährige Türkin Melek nach dem Tod ihrer Mutter adoptierten. Das Verhältnis der beiden bleibt kühl, bis Melek ins Koma fällt und Malina sich auf den Spuren ihrer Adoptivschwester in die Türkei begibt. In Istanbul stellt sie überrascht fest, wie ähnlich sich türkische und deutsche Jugendliche sind, resümiert die Kritikerin. Zudem arbeitet Malina für die Bewerbung an der Kunsthochschule an einem feministischen Projekt: Unter anderem bindet sie einer Bismarck-Statue eine gestrickte Vulva um. Wie die Autorin vom Aufwachsen zwischen den Kulturen erzählt, mit Wut und Witz, gefällt Netz gut.