Mit einem Vorwort des Anthropologen Wade Davis. Vor rund dreihundert Jahren wurde ein Mythos in die Welt gesetzt: die Idee von Fortschritt durch Technologie. Im Zuge der Aufklärung und im einflussreichen Zusammenwirken von Humanismus, Kolonialismus und Rassismus etablierten europäische Denker ein Prinzip, das sich mehr und mehr über lokale Weisheiten und indigene Errungenschaften hinwegsetzte, die fortan als primitiv galten. Heute wird uns schmerzlich bewusst, welch dramatische Entwicklungen aus dieser Haltung folgten. Designer und Ingenieure sind vielerorts bemüht, den negativen Einfluss des Menschen auf die Umwelt zu reduzieren. Dabei wird jedoch häufig auf Technologie gesetzt, die gegen die Natur anstatt mit ihr arbeitet. So reagiert man auf den Klimawandel mit dem Aufbau harter Infrastrukturen und favorisiert High-Tech-Lösungen. Hier sind ganzheitliche Systeme gefragt, die Biodiversität als elementaren Baustein nutzen.Lo-TEK ist eine Designbewegung, die traditionelles, ökologisches Wissen wiederbelebt und Know-how, Praktiken und Überzeugungen aus mehreren Generationen sowie unterschiedlichen Kulturen sammelt. Sie baut auf komplexe Ökosysteme und deren nachhaltige Wirkung. Danach ist indigene Innovation weder primitiv, noch existiert sie abgeschottet von moderner Technologie.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 13.12.2025
Begeistert lässt sich Rezensentin Susanne Billig von der Architektin Julia Watson erklären, wie indigenes Wissen das Wasser retten kann. In einer Zeit, in der der Wasserkreislauf durch menschliche Eingriffe gefährdet ist, hilf, glaubt Watson laut Billig, eine Rückbesinnung auf das Wissen von Kulturen, die noch mit, nicht gegen die Natur arbeiteten. Billig geht auf einige der Beispiele, die Watson anbringt, näher ein, darunter schwimmende Inseln in Mexiko und traditionelle Reisanbautechniken in Japan, stets geht es darum, Wasser als Teil eines lebendigen Ganzen zu betrachten. Toll ist auch das Bildmaterial, das Watson mitliefert und den Gedanken von einer Rückkehr zu traditionellem Wasser-Wissen sinnlich unterfüttert. Viele Ideen für einen neuen Umgang mit Wasser finden sich in diesem schlauen, wertig aufgemachten Buch, so das Fazit.
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