Der österreichische Verhaltensforscher Konrad Lorenz war einer der einflussreichsten und zugleich umstrittensten Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts. Vor genau fünfzig Jahren erhielt der "Vater der Graugänse" den Medizinnobelpreis - trotz seiner NS-Vergangenheit. Daneben war Lorenz, der wie kaum ein anderer Forscher sein eigenes Fach verkörperte, einer der Gründerväter der Umweltschutzbewegung in Österreich und Deutschland. Konrad Lorenz war ein Mann der Widersprüche. Charismatisch und unterhaltsam, zugleich mahnender Prediger wider die "acht Todsünden der zivilisierten Menschheit". Mit seinen äußerst erfolgreichen Büchern weckte er die Emotionen der Leser, begeisterte die Massen und polarisierte mit seinen Analogien zwischen menschlichem und tierischem Verhalten. In ihrer Biografie skizzieren Klaus Taschwer und Benedikt Föger ein differenziertes Bild des Verhaltensforschers. Mit neuen Erkenntnissen, bisher unveröffentlichtem Material und spannenden Einsichten zeigen sie, warum Lorenz und sein Werk bis heute für Kontroversen sorgen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 06.01.2024
Eine sehr sachliche Betrachtung des Lebens des bekannten Biologen und Verhaltensforschers Konrad Lorenz legen Klaus Taschwer und Benedikt Föger dem Rezensenten Michael Lange vor. Er findet hier zunächst einmal eine detailreiche und aufmerksame Ausleuchtung von dessen Lebensweg vor, von der Kindheit in Österreich bis zur Popularisierung der Tier- und Umweltforschung in den 1970er Jahren, von der Lorenz ein wichtiger Vertreter war. Doch auch über dessen aktive Beteiligung am Nationalsozialismus kann Lange vieles lernen: So hat er nicht nur den "Anschluss" Österreichs begrüßt, sondern auch aktiv eugenische Forschung betrieben und sich zum Nationalsozialismus bekannt. In seiner facettenreichen Sachlichkeit und Wertneutralität ist die Biografie weniger lebendig als Ilona Jergers Roman "Lorenz", räumt er ein, aber zur genauen Kenntnis des Wissenschaftlers eine unerlässliche Lektüre, schließt er.
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