Herausgegeben von Frank Uekötter und Jens Hohensee. Die Alarmrufe der Umweltbewegung sind bislang wenig mehr als ein politischer Spielball: Vertreter der Umweltbewegung betonen den produktiven Wert der Horrorszenarien - während Kritiker solche Szenarien als Ausdruck einer Ökohysterie geißeln. Auf der Grundlage von acht Fallstudien zielt dieser Band auf eine Standortbestimmung jenseits von Apologie und Anklage: Wer waren die Trägergruppen von ökologischen Alarmrufen? Stimmt das Klischee, dass Alarmrufe zumeist von Mitgliedern der Umweltbewegung ausgingen? Wie gut war in den einzelnen Fällen die Wissensgrundlage, und inwiefern konnten schon die Zeitgenossen ahnen, dass die Warnungen wohl übertrieben waren? Sind Alarmrufe wirklich politisch so wertvoll, wie Umweltschützer gerne behaupten? Und was passierte eigentlich, als sich die Warnungen als überzogen herausstellten? Die Antworten dieses Bandes werden die Mitglieder der Umweltbewegung genauso überraschen wie ihre Gegner.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.04.2005
Andreas Rödder hält diese Textsammlung im Großen und Ganzen für verfehlt. Es mag ja, argumentiert er, seinen Reiz haben, ökologischen Alarmismus als aufgeblasene moralische Besserwisserei zu entlarven, aber welchen Erkenntnisgewinn bringt es denn letztlich? Wäre es nicht viel nützlicher, eine aufklärerische Analyse negativer Utopien in den Kontext einer kritischen Betrachtung jeglicher selbstgewisser Zukunftsprognosen zu stellen? Das aber, bedauert der Rezensent, fehlt im vorliegenden Band. Stattdessen: eine etwas unsouveräne, unsystematische und naive Einleitung, ein "Bogen von Fallbeispielen" - und ein moralisches Argument gegen Moralismus.
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