Nahezu ausschließlich auf der Grundlage von Archivquellen aus aller Welt rekonstruiert der Autor die Arbeit aller Bereiche des Instituts für wehrwissenschaftliche Zweckforschung. Die bislang ungeklärte Identität der Opfer von Kampfstoff-Versuchen wird ebenso aufgedeckt wie die Beteiligung des Instituts an der Entwicklung von B- und C-Waffen oder die Aneignung von Immobilien teils prominenter Vorbesitzer. Das Buch führt in die Welt der SS-Forscher und ihrer Zielsetzungen. Gleichzeitig wird ein Beispiel dafür gegeben, wie es einem ehrgeizigen und opportunistischen Wissenschaftsmanager durch die Kooperation mit Himmler gelang, dass sein Forschungsinstitut noch in der Endphase des Krieges weiter expandieren konnte.
Dass die SS viel mehr war als ein polizeiliches Terrorinstrument, lernt Thomas Medicus aus dem Buch des Historikers Julien Reitzenstein. Mittels teils unbekannter Quellen vermag Reitzenstein dem Rezensenten ein skrupelloses Wirtschaftsunternehmen und seine Protagonisten vorzustellen, dessen Humanexperimente bekannt sind. Zwar hätte sich Medicus eine Zusammenfassung dieser Experimente gewünscht, der Fokus des Bandes auf die Akteure und die Struktur jedoch überzeugt den Rezensenten, zeigt er ihm doch die polykratische, personalisierte Organisation, die die wissenschaftliche Skupellosigkeit erst richtig gedeihen ließ. Dass der Autor erstmals auch die Namen der Opfer nennt, scheint Medicus wichtig.
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