Die KZ: isolierte, beinahe geheime Lager, in denen die SS unbemerkt ihre grenzenlose Gewalt entfalten konnte? Stimmt dieses Bild? Wie erklärt sich, daß das von Unterversorgung und extremen Gewaltverhältnissen geprägte Lagersystem auch dann noch funktionierte, als es mit hunderten von Außenlagern sichtbar in die Öffentlichkeit drang? Am Beispiel der "SS-Baubrigaden", die als mobile Kommandos mit KZ-Häftlingen ab dem Herbst 1942 zu Aufräumarbeiten, zum Bergen von Leichen und zum Bombenräumen in rund fünfzig Städte und Gemeinden des Reiches geschickt wurden, wird das Verhalten der deutschen Gesellschaft am Lagerzaun ausgelotet. Einbezogen wird die Geschichte der ab Herbst 1944 als "Konzentrationslager auf Schienen" aufgestellten SS-Eisenbahnbaubrigaden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2005
Ein "düsteres Kapitel in der Geschichte des NS-Terrorsystems" nennt Rezensent Eberhard Kolb das Wirken der SS-Baubrigaden, die Karola Fings in vorliegendem Buch erstmals im Zusammenhang, auf der Grundlage "gründlicher Quellenrecherche" und in einer dem "Gegenstand angemessenen Sprache" darstellt. Fings Interesse sieht er zum einen in der Organisation und Tätigkeit der SS-Baubrigaden, in denen KZ-Häftlinge die durch Luftangriffe verwüsteten deutschen Städte aufräumen mussten, zum anderen im Verhalten der deutschen "Umgebungsgesellschaft" gegenüber den Häftlingen. Frings beschreibt "eingehend" die Arbeit des Häftlingskommandos und die unmenschlichen Bedingungen, unter denen die Häftlinge ihre Arbeit zu leisten hatten. Was das Verhalten der Einwohner in den von den Bombenangriffen heimgesuchten Städten gegenüber den Häftlingen, die aus den Trümmern Verschüttete retteten und Leichen bargen, angeht, so komme die Autorin zu dem Ergebnis, dass die städtische Kriegsgesellschaft "nicht in einem für die KZ-Häftlinge positiven Sinne auf die KZ-Außenlager eingewirkt hat" (Fings).
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