Aus dem Spanischen von Christian Hansen. Ein vergessener Autor? Julio Cortázar? Das wollen wir doch mal sehen. Vielleicht sollte man erstmal dieses Buch lesen. Es versammelt unerwartete Nachrichten aus dem Nachlass eines Autors, den seine Fantasie und Experimentierfreudigkeit auf den Parnass der modernen lateinamerikanischen Klassiker katapultierte. Michi Strausfeld, die ihn noch gut gekannt hat, erinnert mit dieser Auswahl von Briefen, Skizzen, Artikeln, Capriccios und nachgelassenen Erzählungen daran, dass dieser ebenso verschmitzte, überwältigend charmante und tiefsinnige Erfinder von ebenso geschliffenen wie fantastischen Geschichten aus gutem Grund für so viele junge Autorinnen und Autoren ein Vorbild geworden ist, nicht nur in Lateinamerika.
Ein Feuerwerk der Ideen entdeckt Rezensent Peter Kümmel auf jeder Seite der gesammelten Texte Julio Cortázars, einem der "größten Phantastiker der modernen Literatur", wie er ihn nennt. In aufschlussreichen Texten erfährt der Rezensent, wie der Autor sich von seiner eigenen Angst zu neuen Geschichten inspirieren ließ und der beängstigenden Ungewissheit die Bewunderung eben jener entgegenstellte. Indem er aufmerksam lausche und Träumen freien Raum ließe, erschaffe Cortázar mit seinen Texten aus genauen Beobachtungen alltäglicher Begebenheiten selbst kleine Wunderwerke, schwärmt der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.06.2022
Rezensentin Katharina Teutsch hat was für Cortazaristen: Julio Cortazars verstreute Schriften, Kurzgeschichten, Vorträge, Parabeln und Reflexionen aus dem Nachlass, übersetzt von Christian Hansen! Lesefreude bereitet der Band Teutsch in sämtlichen vertretenden Textgattungen. Sie erfährt Neues von den Cronopien (und ihr Faible für Pommes), von Missionaren mit praktischer Aufblaskirche und über die literarischen Vorbilder des Autors (Poe und natürlich Borges). Dass das Grauen bei diesem Autor ein freundliches, wenngleich skurriles Antlitz hat, gehört für Teutsch zu den Erkenntnissen der Lektüre.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 28.05.2022
Rezensent Carsten Hueck bekommt mit dieser von Michi Strausfeld besorgten Anthologie mit verstreuten Texten von Julio Cortazar lebenslustige, stimulierende Lektüre. Die erstmals auf Deutsch zu lesenden Briefe, Skizzen und nachgelassenen Erzählungen eröffnen Hueck poetische Welten, ob sie von Urwald-Fabelwesen erzählen oder von Rilke und Orpheus. Cortazars Prosa ist real wie fantastisch, assoziationsreich und heiter, sie tanzt und fliegt, versichert Hueck begeistert.
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