Aus dem Türkischen übersetzt von Sabine Adatepe. Istanbul nach dem Militärputsch 1980. Die linksintellektuelle Szene steckt in der Sackgasse. Literaturdozent Sercan, auf der Suche nach Charakter in der türkischen Literatur wie im eigenen Leben, bemüht sich um seine Studentin Sibel, die durch Freund Umut ein Bein im linken Widerstand hat. Die krebskranke Hülya zwingt Sinan, Freund aus wilden Studentenjahren, heute etablierter Starjournalist, eine Pause einzulegen im Karrierestreben. Zwei moderne Liebesgeschichten, die keine sind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.02.2001
Der Rezensent Karl-Markus Gauss findet sich im "Labor" des Autors und entdeckt als Ergebnis der Arbeit des "Laborleiters" Arslanoglu einen "mitunter reichlich verschachtelten, aber kompositorisch doch klug gebauten" Roman. Arslanoglu experimentiert mit seinen Figuren und beobachtet, was passiert "wenn er sie einem bestimmten Druck aussetzt", so der Rezensent. Der Druck ist in diesem Fall die Militärdiktatur in der Türkei der achtziger Jahre, unter der zwei mehr oder weniger so zu bezeichnende Liebespaare zu leiden haben. Ob das Experiment gelingt, können wir allerdings nur vermuten. Einzig die hingebungsvolle Wiedergabe des Inhalts durch den Rezensent deutet darauf hin.
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