Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.04.2000
Ernst Horst ist von dieser Autobiografie so angetan, dass er sich anstandslos mit fehlerhafter Interpunktion, Grammatik und Orthografie abfindet. Ein in der FAZ wohl einmaliges Kompliment. Worum geht es? Ahlers war in eine Zirkusfamilie hineingeboren worden. Leider heiratete er die "falsche" Frau und konnte darum nicht Direktor des Zirkus Krone werden. Lauter "Kleinode reinsten Wassers" sieht Horst in diesen Geschichten aus der Zirkuswelt "hervorfunkeln". Nicht ganz so glamourös aber immer noch faszinierend findet er Ahlers "Reifen" vom Zirkuskind zum Geschäftsmann (er verkaufte Schallplatten an der Haustür und betrieb ein Leihhaus) in der Nachkriegszeit, der sich alles selbst beigebracht hat. Einem künftigen Bruce Chatwin empfiehlt Horst dringend, Autobiografisches von Helmut Kohl auf dem Flohmarkt zu lassen und dafür lieber "faszinierende Kapitel" über Männer wie Ahlers zu schreiben.
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