Mit zahlreichen farbigen Abbildungen. Denken wir heute an "Zirkus", so tauchen in unseren Köpfen gemeinhin Bilder von Artistik- und Tierdressurnummern in der Manege eines Zirkuszeltes auf. Historische Quellen, die in Archiven und Bibliotheken schlummern, zeichnen jedoch ein überraschend anderes Bild der Zirkuskunst um 1900. Die in diesem Buch versammelten Fotografien, Auszüge aus Briefwechseln, Patentschriften, Presseberichte, Bauzeichnungen und vieles mehr, bieten tiefe Einblicke in die Zirkuskultur Berlins um 1900. Sichtbare Spuren der einst erfolgreichen Zirkusgesellschaften mit ihren pompösen Gebäuden mitten im Stadtzentrum finden sich heute hingegen kaum mehr. Anhand von historischen Quellen lässt das Buch Aufführungspraxis, Architekturen, Herausforderungen und Erfolge von Zirkussen, Künstler:innen und Techniker:innen auf eindrückliche Weise zutage treten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.05.2025
Begeistert begibt sich Rezensentin Irene Bazinger gemeinsam mit För Künkel und Mirjam Hildbrand auf die Suche nach Spuren einer vergessenen Welt. Nämlich der Welt der großen Zirkusse im Berlin der vorletzten Jahrhundertwende, der die beiden diese schöne Veröffentlichung gewidmet haben: Hier werden unter anderem die gewaltigen Dimensionen dargestellt, die diese Unternehmungen damals annahmen. Eine ganze Reihe großer Zirkusse, die mit diversen Attraktionen warben und in der Arena schon einmal ganze Städte untergehen ließen, gab es damals in Berlin, lernt die Rezensentin aus diesem Band, der umfangreiches grafisches Material - Karten, Fotografien, Plakate und so weiter - der damaligen Zeit präsentiert. Nicht viel ist von all dem übrig geblieben, erfährt Bazinger außerdem: Es gab Debatten darüber, wie viel Kunst im Zirkusgewerbe steckt, mit der Zeit wurden die Betriebe steuerlich schlechter gestellt, die Nazis enteigneten jüdische Zirkusbesitzer. Insofern bleibt uns heute nichts anderes übrig, als von fern in die faszinierende Zirkusgeschichte zu blicken und dies gelingt mithilfe dieses Bandes, freut sich Bazinger, wunderbar.
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