Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.11.2002
Eine "schweißtreibende" Lektüre hat Peter Roos absolviert - aber er fand's gut. "Der Wiedergänger" von Karl Günther Hufnagel ist nach seinem Bekunden ganz und gar kein Buch, mit dem man es sich im Sessel nett und gemütlich machen kann. Denn "Hitler ist immer dabei", charakterisiert er das Grundthema des Buches, das einen Psychopathen zum Helden hat, der mit einer stinkenden Hitler-Reliquie durch die Anstalts-Welt zieht und in exorzistischer Manier Hitler mit Hitler bekämpfen will - indem man ihn im kannibalischen Sinne tatsächlich "durcharbeitet". Ummäntelt werde das "Stück Mischprosa" von der Herausgeberfiktion des zuständigen Psychiaters, der die Mono-, Dia- und Polyloge seines Patienten collagiert oder dirigiert, wie Roos erklärt; für den Rezensenten stellt das Textkonvolut jedenfalls eine Mischung aus "metaphysischer Verquastheit und somnambuler Hellsicht" dar, es heideggere wie doll durch den Text, eine Herausforderung, der sich Roos gerne gestellt hat. Das intellektuelle Spiel werde im übrigen, verrät er, durch den ganz konventionellen Topos eines Liebes- und Künstlerromans abgemildert.
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