Timur Vermes

Er ist wieder da

Der Roman
Cover: Er ist wieder da
Eichborn Verlag, Köln 2012
ISBN 9783847905172
Gebunden, 396 Seiten, 19,33 EUR

Klappentext

Sommer 2011. Adolf Hitler erwacht auf einem leeren Grundstück in Berlin-Mitte. Ohne Krieg, ohne Partei, ohne Eva. Im tiefsten Frieden, unter Tausenden von Ausländern und Angela Merkel. 66 Jahre nach seinem vermeintlichen Ende strandet der Gröfaz in der Gegenwart und startet gegen jegliche Wahrscheinlichkeit eine neue Karriere - im Fernsehen. Dieser Hitler ist keine Witzfigur und gerade deshalb erschreckend real. Und das Land, auf das er trifft, ist es auch: zynisch, hemmungslos erfolgsgeil und auch trotz Jahrzehnten deutscher Demokratie vollkommen chancenlos gegenüber dem Demagogen und der Sucht nach Quoten, Klicks und "Gefällt mir"-Buttons.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 26.03.2013

Wenn ER wieder da ist, ist Volker Surmann mal weg. Timur Vermes' Hitlersatire hat dem Rezensenten überhaupt nicht gefallen. Schon Satire, findet Surmann, ist der falsche Begriff, Marketing-Coup trifft es besser, meint er. Abgesehen davon, dass Surmann dem Autor Satire nicht zutraut, schon weil Vermes sämtliche Figuren (nicht seinen Hitler) so unrealistisch zeichnet, hat der Rezensent das bei Walter Moers schon besser gesehen. Den Plot findet Surmann einfach nur dumm, ebenso die Entscheidung des Autors für eine Innensicht, die dem Leser laut Rezensent zwar einen Haufen redundanter Hitler-Etüden beschert, aber leider kaum echte satirische Momente.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.01.2013

Als politisch naiv, verharmlosend, absehbar und anstrengend bezeichnet Cornelia Fiedler Timur Vermes' Hitler-Parodie. Dass sich das Buch zum Bestseller mausert, erklärt Fiedler sich mit der allgemeinen "Hitleritis", die den Gröfaz billig als durchgeknallten Irren abbildet und alle Schuld auf sein gescheiteltes Haupt legt. Ein bisschen komisch findet Fiedler das Buch dennoch, der "verkorkste Propagandastil" wirkt noch immer erheiternd, lässt sie durchblicken. Und die Massenhysterie funktioniert offensichtlich auch noch ganz gut, wenngleich mit anderen Vorzeichen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.11.2012

Wer denn eigentlich? Na Adolf Hitler. Oliver Jungen reibt sich die Augen angesichts dieses heiklen und, das zeigt sich beim Lesen, doch etwas plumpen Romaneinfalls von Timur Vermes. Den Antichristen auferstehen und ihn in Talkshows über Angela Merkel und die Gegenwart herziehen zu lassen, findet Jungen zwar durchaus komisch, aber auch problematisch. Der Führer ante portas, der die Grünen wegen ihrer "Gesunder-Boden-Rhetorik" respektiert, kommt einfach viel zu sympathisch rüber. Überdies ermüden 400 Seiten Satire aus allen Rohren den Rezensenten doch etwas. Und besonders überraschend erscheinen ihm die über den Umweg durch den Führerbunker gewonnenen Einsichten zur Lage der Nation auch nicht.
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