Mit einer Vollversion auf CD-Rom. Herausgegeben von Martina Lauster und Catherine Minter. Gutzkows Börne-Biografie, Band 5 der Abteilung Schriften zur Literatur und zum Theater innerhalb der Kommentierten digitalen Gesamtausgabe von Gutzkows Werken und Briefen, ist ein wichtiges Dokument literaturpolitischer Auseinandersetzungen im Vormärz. Die auf Quellenstudien beruhende Darstellung ist der erste ernsthafte Versuch einer Börne-Biografie, heute aber weithin unbekannt. Das liegt vielleicht daran, dass Heines Börne-Denkschrift ihr Erscheinen überschattete und sie für die Nachwelt dann buchstäblich im Schatten stand. Dabei war Gutzkow mit dem Abschluss seiner Biografie Heine voraus. Sie war schon im Oktober 1839 fertig geworden und wurde zum größten Ärger ihres Verfassers von Campe (sowohl Gutzkows als auch Heines Verlag Hoffmann und Campe) so lange zurückgehalten, bis zuerst am 8. 8. 1840 Heines Werk über Börne erschienen war. Das schon belastete Verhältnis zwischen Verleger und Autor führte durch die Hinhaltetaktik Campes zum endgültigen Bruch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 05.10.2005
Jan Süselbeck empfiehlt Karl Gutzkows 1840 erschienene Biografie seines Idols Ludwig Börne als Zeitbild, als Ausdruck von feuriger Kritik an den antiliberalen Tendenzen des "jungdeutschen Nationalismus" - und als recht unterhaltsame Lektüre. Man lese nur die "deftigen Tiraden" Gutzkows gegen den Börne-Rivalen Heine: mit starken Worten direkt unter die Gürtellinie. Dahinter, so der Rezensent, steckte auch die leidenschaftliche Überzeugung, dass "dass es die Individualität der Menschen sei, die das gesellschaftliche Leben bestimme". In diesem Sinne: ein literarisches Denkmal für ein großes Individuum, das Lust macht auf mehr - von Gutzkow wie von Börne.
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