Flitzer im Sport lassen sich schlecht ignorieren. Sie stürmen nackt, spärlich bekleidet oder kostümiert in Stadien und Arenen hinein und bringen Wettkämpfe durch ihre Grenzüberschreitung abrupt zum Stillstand. Indem sie parasitär ein Geschehen unterbrechen, das im Ringen um Sieg oder Niederlage ohnehin schon auf wechselseitige Störung der Kontrahenten ausgerichtet ist, werden Flitzer zu Störenfrieden zweiter Ordnung. Karl-Heinrich Bette und Felix Kühnle analysieren mit soziologischen Mitteln das Flitzen im Sport und geben dadurch profunde, innovative Einblicke in eine Körperpraxis, die bislang keine größere Resonanz in der Wissenschaft hervorrufen konnte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.04.2023
Rezensent Milos Vec sucht vergeblich nach Fotos in dem Sportflitzer-Buch der Sportwissenschaftler Karl-Heinrich Bette und Felix Kühnle. Auch sonst wahren die Autoren die wissenschaftliche Contenance und bleiben beim Fachvokabular, fällt Vec auf. Das gefällt dem Rezensenten, dass hier über Entgrenzung und Spaß geschrieben wird, aber ohne dergleichen auch in der Form zu zelebrieren. Streng akademisch also schreiben die Autoren über ihr Thema, erkunden mit soziologischem Sachverstand Chaos und Freiheit im sonst so regulierten Sport, denken nach über Klettverschlüsse für schnelle abzulegende Klamotten, Virtuosität, Cleverness und Logistik des Flitzertums, Normbruch und mediales Nachleben der nackerten "Störenfriede". Alles andere als eine Wissenschaftsparodie, verspricht Vec.
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