1 mp3-CD mit 281 Minuten Laufzeit. Lesung mit Peter Matić. Wer Karl Kraus im Literaturbetrieb des frühen 20. Jahrhunderts kannte, verehrte oder verabscheute ihn - Gleichgültigkeit löste er jedenfalls nicht aus. Mit nur 25 Jahren gründete Kraus in Wien die Zeitschrift "Die Fackel", mit der 1899 seine steile Karriere als Journalist und Kritiker, Dramatiker und Satiriker begann. Bis zu seinem Tod im Jahr 1936 galt er als scharfzüngigster Beobachter des kulturellen und politischen Zeitgeschehens. Seine Worte richteten sich gegen die Verlotterung der Sprache, gegen Phrasendrescher und Kriegstreiber, gegen Korruption und Heuchelei.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.05.2021
Sehr überzeugend und eigentlich großartig findet Rezensent Alexander KOsenina, wie Peter Matić seinem Publikum Karl Kraus nahebringt wie auch die "schneidige Kritik", die der Fackel-Redakteur in seiner Zeitschrift mehr als drei Jahrzehnte lang an der Gesellschaft übte. Keiner hat so großartig und gerne die Leute - besonders Journalisten - an ihrer eigenen Sprache entlarvt, findet Košenina und erinnert an den eindringlichen Klang der Tonaufnahmen, die von Kraus selbst bekannt sind. Peter Matić trage die Texte zwar etwas "leiser" vor, aber auf "kaum weniger abgründig sezierende" Art, urteilt der Kritiker. Besonders gut haben ihm die Gerichtsreportagen gefallen, die den gesammelten Phrasendrusch und die Bigotterie der Zeit zerlegt haben.
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