Walter Boehlich

Die Antwort ist das Unglück der Frage

Ausgewählte Schriften
Cover: Die Antwort ist das Unglück der Frage
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2011
ISBN 9783100463258
Gebunden, 704 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Helmut Peitsch und Helen Thein. Mit einem Vorwort von Klaus Reichert. Walter Boehlich prägte als Cheflektor im Suhrkamp Verlag und später als Autor, Herausgeber und Übersetzer den deutschen Literaturbetrieb. Auch als Kommentator des politischen Tagesgeschehens war seine Stimme über Jahrzehnte zu vernehmen. Aus Anlass seines 90. Geburtstags erscheint eine Auswahl seiner Schriften. Sie zeigen einen Anwalt der Literatur, der nur höchste Maßstäbe gelten ließ. Seine Strenge war gepaart mit Leidenschaft und Liebe zu Autoren, zu Texten, zur Aufrichtigkeit. Dieser Band bietet einen vielfältigen Einblick in sein Schaffen und setzt ihm ein würdiges Denkmal.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.04.2012

Als Kritiker, Lektor, Herausgeber, Essayist, Kolumnist und Übersetzer war Walter Boehlich eine prägende Figur der deutschen Literatur der 1950er und 60er Jahre, erzählt Rezensent Martin Zingg. Der Fischer Verlag hat eine Auswahl seiner Schriften zu einem Band zusammengefasst, der, wie Zingg hervorhebt, sowohl einen Überblick über die Breite der behandelten Themen vermittelt als auch zeigt, wie präzise und hartnäckig Boehlich in diesem Spektrum bestimmten Fragen nachging, vor allem was den gesellschaftlichen Kontext von Literatur und Literaturkritik anging. Manche hitzige Debatte, zu der Boehlich beitrug, mag mittlerweile vergessen sein, doch für Zingg ist es "erstaunlich und wohltuend", dass viele der Texte Boehlichs "noch immer lesenswert" sind.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.12.2011

Was Katharina Teutsch hier empfiehlt, kommt aus der Tiefe eines kritischen Geistes. Dessen Walter Boehlichs nämlich, einst prägender Programmchef bei Suhrkamp, dann geschasst und beinahe vergessen. Wenn der Fischer Verlag nun postum Boehlichs wichtigste Essays, Kritiken und Polemiken versammelt, horcht Teutsch auf. Boehlich macht sie mit den Gesetzen der Kritik vertraut und warnt sie - vor marxistischer und restaurativer Literaturkritik etwa. Aber Teutsch lernt auch Boehlichs Vorbilder kennen: A. W. Schlegel, Jacob Grimm, Hofmannsthal, Männer, für die wie für Boehlich kritische Pflicht gleich moralische Pflicht war, wie Teutsch schreibt. Boehlichs Beschäftigung mit dem deutschen Geschichtsbewusstsein der Nachkriegszeit sind Teutsch nicht weniger Fingerzeige eines kritischen Geistes.
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