Die Innenansichten der Macht deutscher Parteien stehen im Zentrum des Sonderbandes. Eine Analyse der formalen und informellen Organisationsstruktur sowie eine Rekonstruktion interner Entscheidungsprozesse sind ein zentrales Desiderat der (deutschen) Parteienforschung. Konkret wird die innerparteiliche Machtarchitektur der im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien vergleichend erforscht: CDU, SPD, CSU, FDP, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke. Ergänzt wird die Untersuchung um eine Analyse der Piratenpartei, da sich diese nach eigenem Selbstverständnis innerparteiliche Willensbildung bewusst anders organisiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.01.2013
Parteien gleichen also lernenden Organismen, was ihre Entscheidungsfindungsprozesse angeht. Das jedenfalls lernt Stefan Dietrich aus dem hier vorliegenden, zwischen Politikwissenschaft und Journalismus angesiedelten Sammelband, dessen Herausgeber, wie Dietrich erläutert, die im Bundestag vertretenen Parteien und die Piraten strukturell beziehungsweise anhand der Verläufe einzelner Parteitage unter die Lupe nehmen. Kritisch sieht der Rezensent, dass nicht für jede Partei beide Ansätze auch konsequent abgearbeitet werden. Auch die Begeisterung der Autoren für das Netz als Beschleuniger für parteiinterne Prozesse möchte er lieber nicht teilen. Dass man sich im Band nicht zu einer allgemeingültigen Antwort auf die Titelfrage versteigt, findet Dietrich der Komplexität der hier begutachteten Prozesse allerdings angemessen.
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