Kat Menschik (Hg.)

Durch den wilden Kaukasus

Geschichten über das georgische Traumland Swanetien
Cover: Durch den wilden Kaukasus
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2021
ISBN 9783869712390
Gebunden, 128 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Mit farbigem Bildteil und zahlreichen S/W-Zeichnungen von Kat Menschik. In diese abgelegene Hochgebirgsregion kamen jahrtausendelang kaum Fremde. Völlig abgeschieden von der Welt lebten die Swanen in einer der schönsten Gegenden der Erde. Hunderte Kilometer artenreichster Blumenteppiche ziehen an Berghängen von atemberaubender Schönheit entlang, weit über hundert Gletscher strecken ihre eisigen Zungen von den bis über 5000 Meter hohen Gipfeln des Hohen Kaukasus in die Täler. Zum Beispiel der Uschba ("der Schreckliche"), ein sagenumwobenes doppelgipfliges Bergungetüm; ihn will Gottfried Merzbacher, einer der ersten Alpinisten und Entdecker, die in den 1880igern in diese unberührten Regionen vorstoßen, besteigen. Merzbacher ist zudem einer der großartigsten frühen Nature-Writer deutscher Zunge - sein Versuch, den Berg zu besteigen, allerdings gerät zum Desaster. Die österreichische Bergsteigerin Cenzi von Ficker dagegen bekommt nach einem dramatischen Besteigungsversuch für ihren Mut vom Fürsten Dadeschkeliani kurzerhand den ganzen Berg geschenkt. Geschichten von Anna Kordsaia-Samadaschwili über ihre Jugend in der verwunschenen Sagenwelt Swanetiens und Abo Iaschaghaschwili über das Leben der Swanen zwischen Archaik und Moderne beschließen den Band, der - grandios illustriert von Kat Menschik - Geschichten aus 150 Jahre Swanetien vor die geistigen Augen bringt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.08.2021

Rezensent Nils Kahlefendt bekommt Lust auf Georgien und den Kaukasus beim Lesen und Schauen in dem von Kat Menschik herausgegebenen bibliophilen Band mit den in Acryl festgehaltenen Alpinblumenbildern der Herausgeberin und Texten von Gottfried Merzbacher und Anna Kordsaia-Samadaschwili über wilde Gipfel und Fabelwesen in Swanetien oder (aktueller) Geschichten des Autors und Bergführers Abo Iaschaghaschwili. Merzbachers blumige Eindrücke von der regionalen Ethnologie findet der Rezensent zwar altbacken und einigermaßen blind gegenüber weniger angenehmen historischen Tatsachen (das erläuternde Nachwort vermisst er da schmerzlich), dafür scheinen ihm die im Band enthaltenen Geschichten aus der Gegenwart der Region umso lebensnaher und verlockender.
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