Übersetzt von Tamar Muskhelishvili, Katja Wolters und Olga Köhler. Tugan - ein junger Wolf - wird am helllichten Tag aus dem Wald geholt. Nur wenige Tage hat er in Freiheit gelebt, und soll wie ein Hund bei den Menschen bleiben. Wie es um deren Freiheit bestellt ist, erfahren wir in der Geschichte um den abchasischen Feigenbaum. An anderer Stelle bringt ein unerhörter "rauchender Kater" eine Altenpflegerin um den Verstand. Wir erfahren von Apsymira, der Sonne der Toten und was es mit einem alten Grammophon auf sich hat. Über eine Busfahrt mit blinden Passagieren und wie im fernen Paris eine gelangweilte georgische Fotografin in einen Terroranschlag verwickelt wird. Sechs abchasische und sechs georgische Autorinnen und Autoren erzählen voller Fantasie und Erzählkraft von den kleinen und großen Ereignissen im Schatten des ewigen Kaukasus. Viele Themen und doch ist alles anders als sonst: Der Krieg bringt alles durcheinander, unterwirft alles seinen Gesetzen und verändert alles, was um die Menschen geschieht.Vor diesem Hintergrund ist es ein Glücksfall, dass in diesem Buch verschiedenste Narrative und Blickwinkel zusammenfinden und einen Dialog möglich machen. Abchasische und georgische Autorinnen und Autoren bringen exemplarisch für den ganzen Kaukasus das Unsagbare zur Sprache: das Tragische, das Absurde, Natürliche und Übernatürliche. Abchasische Autoren: Djuma Akhuba • Denis Chachkhalia • Aleksei Gogua • Daur Nachkebia • Neli Tarba • Daur Zantaria. Georgische Autoren: Diana Anfimiadi • Lasha Bugadze • Teona Dolenjashvili • Abo Iaschaghaschwili • Giorgi Kekelidze • Guram Odischaria.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.09.2021
Rezensentin Kerstin Holm begrüßt den von Guram Odischaria und Roin Agrba herausgegebenen Band mit "fein" übersetzten Geschichten aus Georgien und Abchasien. Der Schwerpunkt liegt für sie auf den abchasischen Erzählungen, die die Archaik der Region vermitteln und von der Liebe in Zeiten des Krieges berichten, mal melancholisch humorig, mal mit düsterem Blick auf Verlust und Tod, wie Holm erläutert. Die georgischen Texte scheinen der Rezensentin moderner im Gestus, wenngleich auch hier vom Bürgerkrieg erzählt wird (Abo Iaschaghaschwili) oder die Wirklichkeit mit Mythologie und Märchenelementen versetzt wird (Diana Anfimiadi), so Holm.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…