m Zentrum steht Frau Dr. Linda Waldbeck, Transplantationsforscherin, die ihre eigene Familie auf untypische Weise gefunden hat. Ihre Kinder Wei, Jan, Ben und Tim passen mit ihren Eigenarten nicht in das klassische Bild. Als die Familie den geschützten Raum der Transplantationsstation verlässt, um ein "normales" Leben zu führen, löst das Unverständnis und Widerstand aus.
Klasse Stoff, findet Rezensent Andre Poloczek. Nicht nur, dass Katharina Greve für ihre Graphic-Novel einen klaren, zurückhaltenden zeichnerischen Stil findet. Sie kann auch gegenwartsnah erzählen, spannend überdies. Und ein Plot, in dem sich eine Transplantationsforscherin ihre eigene "Patchworkfamilie" schön frankensteinmäßig zusammenbastelt und dann vor der wildgewordenen Öffentlichkeit flüchten muss, ist ja auch nicht gerade ohne. Greve, erläutert Poloczek, entwickelt die Geschichte mit parodistischem Gespür. Das Surreale daran aber hat der Rezensent bald vergessen, derart realistisch und zeitgemäß sind die Probleme mit der Wunschfamilie, derart allgemeingültig, schließlich geht es ums Sein, ums Anderssein genaugenommen.
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