Das 'Es ist gewesen' verbindet Tod und Fotografie. Fototheorien haben dieses Wirkungspotenzial von Beginn an beschrieben und hierfür einen Kanon an Metaphern ausgebildet. Für viele Fotokünstler ist der tote Körper ästhetische, mediale und ethische Herausforderung. Sie reflektieren diese Grenzerfahrung durch die Visualisierung des toten Körpers und der durch ihn provozierten Leerstellen. "Die Tode der Fotografie II" zeichnet eine Theoriegeschichte der Fotografie nach, die das Medium durchgängig mit dem Tod korreliert hat, und untersucht fotokünstlerische Positionen, die sich mit dieser Wechselwirkung auseinandersetzen. Dabei greifen die Künstlerinnen und Künstler sowohl auf theoretische Denkfiguren wie auf soziale Fotopraxen im Umgang mit den Toten zurück, wie sie in Band I untersucht wurden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.04.2016
Wie das Foto den Tod überflügelt, erfährt Steffen Siegel im zweiten Band von Katharina Sykoras groß angelegter Darstellung fotokünstlerischer Auseinandersetzung mit dem Tod. Roland Barthes und der Fotografie der 70er Jahre verpflichtet, gelingt der Autorin laut Siegel der Bogen über nunmehr insgesamt 1200 Seiten, indem sie Themen des ersten Bandes, wie die Kultur der Totenmaske oder Trauerriten, wiederaufnimmt. Dass der Zugriff diesmal kasuistischer ist und die Vorlieben der Autorin deutlich zutage treten, findet Siegel in Ordnung.
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