Wie verändert der Ansturm der Bilder im 20. Jahrhundert politisches Handeln und Öffentlichkeit?
Fotografiegeschichte wird oft als Geschichte der Bilder geschrieben. Wer aber fotografiert unter welchen Bedingungen und für wen? Wer wählt Fotografien zur Publikation aus (und verwirft oder zensiert andere), und wer nutzt sie zu welchem Zweck?
Annette Vowinckel beschreibt die an der Bildproduktion beteiligten Berufsgruppen der Fotojournalisten und Bildredakteure als 'Agenten der Bilder'. Sie zeigt, wie im vergangenen Jahrhundert Fotografien im öffentlichen Raum als Argumente eingesetzt wurden, welche unterschiedlichen Verwendungen Fotografie in der freien Presse, in staatlichen Organisationen, in Armeen und im politischen Diskurs fanden. Dabei hinterfragt sie auch, welche Rolle ethische und editorische Entscheidungen spielten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.05.2017
Peter Geimer lobt das Verdienst der Historikerin Annette Vowinckel, einmal die Arbeit von Bildredakteuren, Zensurbehörden und Presseorganen zu analysieren und damit zu würdigen. Sowohl über die Anfänge und Veränderungen der bildjournalistischen Praxis bis heute als auch über den Beruf des Bildjournalisten an sich und die biografische Selbstdarstellung einzelner Fotografen erfährt Geimer aus dem Buch und ist froh, dass Vowinckel sich einen nüchternen Blick auf die Fotografie bewahrt. Nur dass die Autorin ausschließlich als Historikerin agiert und über die Eigenart der Bilder wenig mitteilt, findet Geimer etwas schade.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.11.2016
Rudolf Walther bespricht Annette Vowinckels Studie zum Fotojournalismus im 20. Jahrhundert viel zu kurz, als dass er all die Aspekte ausführen könnte, die er anreißt. Deutlich wird, dass die Autorin in Walthers Augen zu "überraschenden und gelegentlich schlicht sensationellen" Ergebnissen gelangt, wenn sie die Produktion, Verbreitung und Bearbeitung politischer Fotografie analysiert. Einen großen Wurf nennt er die Arbeit und überfällig. Schließlich seien politische Theorie und Kultuwissenschaft die einzigen gewesen, die in ihren Analysen noch ohne Bilder auskamen, als diese längst das wichtigste Propagandamedium autoritärer und diktatorischer Herrscher geworden waren.
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