Kathi Diamant

Dora Diamant

Kafkas letzte Liebe
Cover: Dora Diamant
Onomato Verlag, Düsseldorf 2013
ISBN 9783942864237
Gebunden, 464 Seiten, 19,80 EUR

Klappentext

Mit Auszügen aus Dora Diamants Tagebüchern und einem Vorwort von Rainer Stach. Nur elf Monate dauerte die vielleicht bedeutsamste Liebesgeschichte in der jüngeren Zeit. Dora Diamant, die lange Zeit Unbekannte an Kafkas Seite, verfügte über eine seltene Weite des Geistes. Als Rebellin ihrer ostjüdisch-orthodoxen Umgebung - sie floh vor dem strengen Vater in die Verheißung des "aufgeklärten" Westens - behielt und kultivierte sie immer den tiefen humanitären Geschmack einer religiösen Musikalität: Das Gefühl einer unverbrüchlichen Verantwortung und das Bestreben zur Identität von Heiligem und Alltäglichem. Als Zeugin für dieses "Mandat" Kafkas aber auch im Eintreten für eine jiddische Kultur, die ihr als Quelle dieser tiefen humannen Integrität galt, geht Doras Leben und Bedeutung weit über die kurze Zeit des Zusammenlebens mit Kafka hinaus.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.04.2014

Mitunter fühlt sich Oliver Pfohlmann in einem kitschigen Groschenroman beim Lesen von Kathi Diamants Biografie über Kafkas letzte Geliebte Dora Diamant. Allerdings weiß er, dass die Autorin streng nach den Quellen, also Doras teilweise im Band mitabgedruckten Aufzeichnungen, arbeitet, wenn sie das Verhältnis zu Kafka beschreibt. Die Empathie steht einem überzeugenden, lebendigen Porträt Diamants nicht im Weg, erklärt Pfohlmann milde. Über Kafka erfährt der Rezensent naturgemäß so einiges. Etwa über die Sinnenfreude des angeblich so scheuen Schriftstellers. Vor allem aber über Diamants nahezu religiöse Verehrung Kafkas.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.01.2014

Lothar Müller ist hin und weg über die nun endlich vorliegende deutsche Übersetzung von Kathi Diamants Biografie über Dora Diamant. Die Ausgabe enthält Dokumente, die in der amerikanischen Edition nicht enthalten waren. Vor allem aber enthält sie die Lebensgeschichte der "letzten Liebe" Kafkas als doppeltes Thema, wie Müller festhält: als Geschichte des osteuropäischen Judentums im 20. Jahrhundert und als Nachvollzug der Rezeptionsgeschichte von Kafkas Werk vor dessen literarischem Ruhm. Nicht nur der für den Rezensenten interessanten Frage, ob Kafka wirklich ein Asket gewesen sei, geht die Autorin nach, indem sie Zeitzeugen, Archive und Dokumente aus dem Leben Dora Diamants befragt. Alles in allem entsteht für Müller ein äußerst reiches Buch im Stil einer Romanbiografie, in das er sich nur allzu gerne vertieft.

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