Franz Kafka (1883-1924) war zu Lebzeiten fast unbekannt und sein Schreiben galt ihm als "Gekritzel". Die Nachwelt hat anders entschieden: Seine Werke zählen zur Weltliteratur, sind faszinierend und rätselhaft für jede neue Leser-Generation. Alois Prinz findet über Kafkas Alltag Zugang zu seinen Texten und ihrer Bilderwelt - ideal sowohl für eine erste Begegnung als auch für Kafka-Kenner. Er erzählt Kafkas Leben nicht vorrangig als das eines Schreibbesessenen. Er zeigt ihn im Kreis seiner Familie, seiner Freunde und der Frauen, die er liebte - darunter Felice Bauer, Milena Jesenska und Dora Diamant. Er zeigt ihn als einen Mann, der Charme und Humor hatte, Liebesfähigkeit und Sanftmut - und neben seinem Schreibtalent leider auch das Talent zum Unglück, das ihn über die Schwelle zum Glück nicht hinausgelangen ließ.
Es bleibt unklar, ob Rezensent Thomas David damit einverstanden ist, dass Alois Prinz Franz Kafka in seiner Biografie für Jugendliche als "ewig Pubertierenden" beschreibt. Immerhin bewirke er Empathie, die die Lebensgeschichte des Schriftstellers in "farbigen und schönen Bildern" zu einem "spannenden Märchen für Jung und Alt" mache. Unverständlich ist dem Rezensenten jedoch, wie Prinz sich Kafkas offenkundige Abneigung gegen alles Literarische zu eigen machen konnte und es nicht für notwendig hielt, über biographische Fakten hinaus auch auf sein literarisches Werk einzugehen. Eine "ungenügende literarische Auseinandersetzung", die sich nicht einmal der 'Verwandlung' widme, "mache die überragende Bedeutung des Schriftstellers zur nackten Behauptung", bemängelt David. Worin die Sinnsuche besteht, die Prinz als Botschaft von Kafkas Leben und Werk propagiere, bliebe demgemäß auch im Dunkeln.
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