Die Orthodoxe Kirche ist zum politischen Machtfaktor im heutigen Russland geworden. Nationalisten, Kommunisten und auch der Präsident suchen ihre Unterstützung. Das vorliegende Buch beleuchtet die Hintergründe dieser Entwicklung und wirft den Blick auf eine Organisation, die ihren eigenen Weg in die Zukunft noch nicht gefunden hast.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.11.2002
Seit dem Zusammenbruch des kommunistischen Staates vor etwas mehr als zehn Jahren ist eine gewaltige Aufbauleistungen der orthodoxen Kirche in Russland zu beobachten. In ihrer Studie "Die Russische Orthodoxe Kirche: Segen für die 'neuen Zaren'?" untersucht Kathrin Behrens die gesellschaftliche Position und die Politik der orthodoxen Kirche im nachkommunistischen Russland, berichtet Christoph Güdel. Wie er ausführt, machte das kirchliche Leben in Russland, das sich seit den dunklen Stalin-Jahren weitgehend im verborgenen abgespielt hatte, in der Glasnost-Zeit ab 1985 unter Gorbatschow wieder vermehrt bemerkbar. An diese Tendenzen, die sich in der Aufbruchphase der späten achtziger und frühen neunziger Jahre manifestierten, anknüpfend, vermittelt Behrens nach Ansicht Güdel einen "instruktiven Überblick über die Restanzen des Staatskirchenverständnisses", das der Orthodoxie von den autokratischen Herrschern aufgezwungen wurde und sich über das kommunistische Trauma hinweg trotz massenhafter Verfolgung erhalten hat.
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