Heidelberg im Dreißigjährigen Krieg: Die Päpstlichen haben die Stadt erobert, nun soll die wertvolle "Palatina" nach Rom geschafft werden. Der Vatikan will die Handschriften und das "ketzerische Schrifttum" in seinen Besitz bringen. Doch niemand ist bereit, den päpstlichen Gesandten Allacci zu begleiten. Nur zwei junge Mädchen, Jakobe und Anna, sehen in der Reise eine Chance, ihrem Elend zu entkommen. Als Männer verkleidet, begeben sie sich auf den gefährlichen Weg nach Rom: Wegelagerer, ein harter Winter und die eigenen Gefährten werden zur Bedrohung. Vor allem Allacci selbst wird seit der Ermordung seines Dieners immer unheimlicher. Ein Jugendbuch nach einer wahren Begebenheit aus der Geschichte der Glaubenskriege.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.07.2012
Schade, seufzt Rezensentin Britta Lange. Trotz bester Recherche und einem ohne weiteres spannenden Lektüreerlebnis ist dieser Einblick in die Welt des vom Dreißigährigen Krieg erschütterten 17. Jahrhunderts nur "teilweise gelungen". Zwar erfahre das anvisierte jugendliche Publikum in der Geschichte um ein gebildetes Mädchen, das sich als Junge verkleidet am rettenden Transport der Heidelberger Bibliothek nach Rom beteiligt, einiges über die gewaltvollen Umstände der damaligen Zeit, doch reibt sich die Rezensentin sehr an den literarischen Defiziten des Buchs: Hölzerne Figuren, deren Funktion als Vermittler historischer Ereignisse überdeutlich ist, stören Lange genauso wie der unpassende Wechsel vom historisch angestrichenen zum heutigen Sprachregister immer dann, wenn die Autorin ihre Figuren die Gräueltaten der katholischen Kirche anprangern lässt.
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