Katja Mutschelknaus

Kaffeeklatsch

Die Stunde der Frauen
Cover: Kaffeeklatsch
Elisabeth Sandmann Verlag, München 2008
ISBN 9783938045282
Gebunden, 144 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Mit 150 Abbildungen. Ob man es glauben möchte oder nicht - der Kaffeeklatsch ist nicht nur der Beginn weiblicher Gesprächskultur, sondern auch der weiblicher Emanzipation. Schließlich durften Frauen jahrhundertelang nicht das Haus ohne männliche Begleitung verlassen, mussten Teestuben und Kaffeehäusern fern bleiben und konnten an politischen Diskussionen nicht teilhaben. Ganz anders war die Situation hingegen, wenn sie sich zu Hause trafen. Hier im Privaten ließ sich nicht nur Intimes und Brisantes besprechen, bei Kaffee und Marmorkuchen konnten die jungen Fräuleins, feinen Damen oder reiferen Frauen auf so manche unkonventionelle Idee kommen.
Dieses Buch lüftet den Schleier der vielen Klischees, die über dem Kaffeeklatsch schweben wie das Milchschaumhäubchen auf dem Cappuccino. Schonungslos deckt es Wahrheiten auf: Dass Udo Jürgens das Schlagermotiv "Aber bitte mit Sahne!"nicht erfunden hat - weil es schon 300 Jahre alt ist. Dass Frauen beim Kaffeetrinken wichtigere Themen hatten als Nachbars Katze. Und dass sich im Kaffeeklatsch die Kulturgeschichte einer ganzen Epoche spiegelt. Der Kaffeeklatsch war und ist die Königsdisziplin weiblicher Gastlichkeit. Und daran, auch dies sei gesagt, ist der Marmorkuchen nicht ganz unschuldig.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.05.2008

Niemand sollte das Kaffeekränzchen in seiner kultur- und gesellschaftspolitischen Bedeutung unterschätzen, weiß Franziska Seng nach diesem von Katja Muschelknaus' geführten historischen Streifzug. Maler wie Renoir und Degas haben das Ritual verewigt, Elizabeth von Arnim lässt einen preußischen Offizier der "Reisegesellschaft" über das geheime Treiben seiner Frau schimpfen, und Günter Grass spricht von "kuchenfressenden Pelztieren". Auf jeden Fall ist der Kaffeeklatsch eine "Wiege der weiblichen Emanzipation", erfährt die Rezensentin und wirkt recht angeregt. Nur manchmal erscheint ihr die Zusammenstellung der Autorin und Gourmetjournalistin ein wenig beliebig, und sie betrachtet mehr die hübschen Bilder als den beigefügten Text. Alles in allem scheint sie den Ausflug in eine Kaffeekultur, die "gefühlte Lichtjahre" von Starbucks&Co entfernt ist, jedoch sichtlich zu genießen.
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