Frauen in Korea hatten nie die gleichen Rechte wie die Männer, wenn sie auch vor dem 6. Jahrhundert im Königreich Silla wesentlich freier waren als in den nachfolgenden Jahrhunderten - und sogar den Thron besteigen konnten. Innerhalb der Familie jedoch dominierten sie fast immer. Die Industrialisierung der letzten Jahrzehnte bot den Frauen viele neue wirtschaftliche Möglichkeiten, schwächte aber auch die Wertbegriffe des Konfuzianismus, insbesondere die Verehrung der Älteren und der Eltern. Dadurch schwand auch das Ansehen der Mütter und Schwiegermütter - und der koreanischen Frauen insgesamt. In einer umfassenden historischen Darstellung beschäftigt sich die Autorin mit der sozialen Stellung der jungen Mädchen, der Ehefrauen, Mütter und Witwen sowie nicht zuletzt der Frauen von schlechtem Ruf.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.11.2005
Durchaus aufschlussreich findet Steffen Gnam diese kulturgeschichtliche Untersuchung der Situation der Frau in der Geschichte Koreas von Won-Lim Byun-Brenk, auch wenn er etwas einschränkend von einer nur stellenweise "lesens- und bedenkenswerten Studie" spricht. Wie er berichtet, beleuchtet die Autorin die Rolle der Frau von den frühen Königreichen Paekche, Koguryeo und Silla über die konfuzianische Klassengesellschaft der Yi-Dynastie (1392 bis 1910), die Modernisierung und Kolonialisierung durch Japan (1910 bis 1945) bis hin zu den gesellschaftlichen Demokratisierungsschüben nach Überwindung der Militärdiktatur. Die Emanzipationsgeschichte der Frau sei dabei immer auch ein "Spiegelbild der bewegten koreanischen Geschichte". Gnam zeichnet diese Entwicklung im Umriss nach, wobei er die Rolle des Christentums bei der Frauenbefreiung und -bildung seit Ende des neunzehnten Jahrhunderts hervorhebt. Insgesamt lege die Studie den Schluss nahe, dass der emanzipatorische Aufbruch der Frauen in Korea keineswegs abgeschlossen sei.
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