Keith Gessen

Ein schreckliches Land

Roman
Cover: Ein schreckliches Land
CulturBooks, Hamburg 2021
ISBN 9783959881517
Gebunden, 488 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Jan Karsten. Andrej Kaplan, geboren in Russland, aufgewachsen in den USA, steckt beruflich in einer Sackgasse, und auch privat läuft es mies für den unterbezahlten jungen Literaturdozenten. Als ihn sein Bruder um Hilfe bittet, willigt er spontan ein - und findet sich kurz darauf in Moskau wieder, wo er sich um seine wunderlich werdende Großmutter kümmern soll, eine Frau, die die dunklen Tage des Kommunismus kennt und die rücksichtslose kapitalistische Transformation Russlands hautnah miterlebt hat.Andrej lernt, sich in Putins Moskau zurechtzufinden: Es ist immer noch seine Geburtsstadt, nur mit sehr viel teurerem Kaffee. Er zieht bei seiner überraschend schlagfertigen Großmutter ein, findet einen Ort zum Eishockeyspielen, ein Café mit kostenlosem WLAN und schließlich auch neue Freunde. Als er sich in die schöne Aktivistin Yulia verliebt, steht er schließlich vor einer folgenschweren Entscheidung.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 12.06.2021

Rezensentin Andrea Seibel empfiehlt Keith Gessens Blick auf das renitente Russland um 2008. Mit Menschenliebe, Humor und einem Schuss Naivität bringt der Autor uns das Land näher, versichert sie, indem er seinen Helden, einen Loser aus New York auf Heimatbesuch bei der Oma in Moskau, die Rohheit und Armut, aber auch die Widerspenstigkeit der Moskauer kennenlernen lässt. Für Seibel ein "versponnener Entwicklungsroman" wie Irvings "Garp", der den Blick auf den Alltag und das Lebensgefühl der Menschen richtet. Dem Vorwurf der Verharmlosung entkommt der Autor laut Rezensentin, indem er den Anarchismus der Gesellschaft zeigt und "Oasen der Menschlichkeit".

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 07.06.2021

Rezensentin Uli Hufen warnt davor, Keith Gessens Roman zu unterschätzen. Das Buch bietet mitnichten nur die Geschichte eines etwas glücklosen jungen Mannes auf Besuch bei der Großmutter in seiner alten Heimatstadt Moskau, meint er. Wie Gessen Themen - wie Emigration, Putin, die Revolution, Gulag, Antisemitismus, Russland und der Westen - in die Handlung schmuggelt, scheint Hufen so ambitioniert wie leichtfüßig und sogar humorvoll umgesetzt. Die Fragen, die der Text aufwirft, versteht er als Einladung zu einer weniger herablassenden, schablonenhaften Auseinandersetzung mit Russland.

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