Aus dem amerikanischen Englisch von Violeta Topalova und Nikolas Bertheau. Wird der Mensch durch künstliche Intelligenz und Robotik überflüssig? Cukier, Mayer-Schönberger und de Véricourt belegen, warum diese Sorge unbegründet ist. Der menschliche Geist besitzt die einzigartige Fähigkeit, über Framing eigene Deutungsmuster zu erstellen, etwa um Informationen einzuordnen, Vorhersagen über die Zukunft zu treffen und auf ganz neue Lösungswege zu stoßen. Die Autoren beschreiben, wie Framing funktioniert, warum der Ratschlag, "out of the box" zu denken, nutzlos ist und wieso Spotify und nicht Apple das Musikerlebnis revolutioniert hat. Und warum es ein Framing-Desaster war, COVID-19 mit der saisonalen Grippe gleichzusetzen. Framers zeigt uns nicht nur, wie wir im Zeitalter der Algorithmen bessere Entscheidungen fällen können, sondern auch, wie Framing das menschliche Überleben im Zeitalter der Maschinen und Unruhen sichert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.05.2022
Rezensent Günter Hack begrüßt den Versuch des Journalisten Kenneth Cukier, des Juristen Viktor Mayer-Schönberger und des Informatikers Francis de Vericourt den Begriff des "Framings" von seinem schlechten Ruf zu befreien. Framing ist für die Autoren nicht nur Manipulation durch Populisten und KI-Fanatiker, sondern das "Spiel mit Perspektiven", erklärt der Kritiker, der hier auch einige kreativitätsfördernde Handlungsanweisungen entdeckt. Das Anliegen der Autoren, in ihrem Mix aus "Management-Buch und Manifest" für den liberalen Pluralismus einzutreten, ist für den Rezensenten unverkennbar. Mit Titel und Terminologie wird er allerdings nicht ganz glücklich: Der Begriff "Framing" sei bereits durch die Sozialwissenschaftler Daniel Kahneman und Amos Twersky besetzt, für dessen Erweiterung hätte sich Hack deshalb einen neuen Begriff gewünscht.
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