Die komplexe Herausforderung politischer Sprache in der Demokratie zwischen individuellem Effektivitätsinteresse einerseits und ethischem Anspruch andererseits macht politische Sprachberatung notwendig. Um die Politolinguistik, die sich bislang als reine Beschreibungswissenschaft verstanden hat, in die Lage zu versetzen, diese Beratungsaufgabe zu erfüllen, schlägt die Arbeit auf der Basis theoretischer Erwägungen die methodische Symbiose von Linguistik und Sprachkritik (u.a. Rhetorik) vor, entwickelt ein entsprechendes Modell und erprobt dieses schließlich in einem exemplarischen Verfahren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.01.2005
Enttäuscht zeigt sich Rezensent Wolfgang Krischke von diesem Versuch einer "Symbiose von Linguistik und Sprachkritik", den der Linguist Kersten Sven Roth vorgelegt hat. Wie Krischke berichtet, bekenne sich Roth zu einer politischen Sprachkritik und -beratung, die ihr normatives Fundament nicht sprachwissenschaftlich, sondern nur politisch-moralisch begründe. Roths Kritik des politischen Sprechens im Fernsehen mittels der Maximen der klassischen Rhetorik, erscheint Krischke zwar interessant, er hält ihr aber entgegen, dass rhetorische Prinzipien als solche weder Wahrheit noch den freien Diskurs verbürgen. Zudem findet er Roths Empfehlungen an die Politiker gemessen am wissenschaftlichen Aufwand, den er treibt, reichlich trivial. "Der aufwendige theoretische Überbau", moniert Krischke, "bleibt weitgehend funktionslos." Wenig überzeugend findet er ferner den zweiten Problembereich, den der Autor behandelt, die "unbeabsichtigten sprachlichen Diskriminierungen" von Immigranten.
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