Am Beispiel der vietnamesischen Migration, die vor allem in Berlin stark präsent ist, lässt sich aufzeigen, dass das Leben in der Diaspora vielgestaltige Formen annimmt und dieser Prozess aus der Perspektive der migrantischen Subjekte zu denken ist. Indem die Nation von ihren Rändern aus neu gedacht wird, können bisher vernachlässigte Fragen und marginalisierte Räume in den Fokus genommen werden. Dieser Perspektivwechsel durchzieht die vielschichtigen Analysen, Gespräche, Porträts, Foto-Essays und Kurzgeschichten namhafter WissenschaftlerInnen und talentierter KünstlerInnen, die diesen Raum mit Leben und Innenansichten füllen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.08.2012
Wie geht es vietnamesischen Einwanderern in Deutschland? Wie erging es ihnen in der DDR? Eher abseitige Fragen? Finden die Autoren dieses von Kein Nghi Ha herausgegebenen Sammelbandes nicht, weiß Tobias Rüther und freut sich gleichfalls darüber, dass hier das Leben der vietnamesischen Nagelstudiobesitzerin genauso in den Blick kommt wie das des Blumenhändlers und das des Wissenschaftlers. Über die bloße Dokumentation des vor zwei Jahren im Hebbel Theater ausgetragenen Dong Xuan Festivals geht der Band damit für Rüther hinaus. Akademisch zwar, aber für den Rezensenten aufschlussreich erkunden die Autoren etwa, wie sich das Phänomen komplexer Identitäten und Existenzen fassen lässt. Der Begriff Diaspora, auch in seiner neueren Bedeutung, findet Rüther, trifft es nicht ganz.
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