Aus dem Koreanischen von Hyuk-Sook Kim und Manfred Selzer. Der 17-jährige Wan-Duk hat es nicht einfach. Sein kleingewachsener Vater versucht sich zusammen mit einem stotternden Onkel als Tänzer und Marktfahrer. Seine Mutter, die aus Vietnam kommt, hat die Familie vor 17 Jahren verlassen, Wan-Duk hat keinerlei Erinnerung an sie. Kommt noch dazu, dass sein bärbeißiger Lehrer in der Nachbarschaft wohnt und ihn auch nach dem Unterricht kaum je aus den Augen lässt.Unter diesen widrigen Umständen sucht sich Wan-Duk, der sich schnell mal in eine Schlägerei verwickeln lässt, seinen Weg. Im Kickbox-Training lernt er, seine Impulse in den Griff zu kriegen, und mit der zielstrebigen Mitschülerin Yun-Ha entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte. Und plötzlich steht seine Mutter vor ihm.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.11.2020
Rezensent Siggi Seuss findet Kim Ryeo-Ryeongs Geschichte reichlich verrückt. Dass es in Südkorea hinter den Kulissen ganz schön drastisch zugeht, hatte er schon geahnt. Kim Ryeo-Ryeong zeigt es ihm anhand seines einzelgängerischen Ich-Erzählers mit einem kleinwüchsigen, gemobbten Vater und allerhand weiterem schrägem Personal. Seoul als Handlungsort bietet Seuss Raum für Entdeckungen (im Kickboxstudio etwa) und der Coming-of-Age-Story einen spannenden Rahmen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.03.2020
Rezensent Steffen Gnam schätzt die Systemkritik hinter der im koreanischen Original bereits 2008 erschienenen Coming-of-Age- und Außenseiter-Geschichte von Ryeo-Ryeong Kim. Eliteunis, Autoritäten, Institutionen und Mobbing kriegen ihr Fett weg, meint Gnam, wenn die Autorin die Freundschaft und die Patchworkfamilie in ihrem Bildungsroman feiert. Die kritische Haltung steht dem Jugendbuch gut, findet der Rezensent.
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