Aus dem Englischen von Bettina Abarbanell. Es ist Sommer, und der fünfzehnjährige Ward verbringt die Ferien mit seinem Vater am Meer. Die Luft flimmert, tiefblau hängt der Himmel über dem heißen Sand. Die Zeit scheint angehalten, das Leben ist leicht und voller Verheißung. Wards Freunde wollen surfen gehen, während die Mädchen der Clique eine Party vorbereiten. Die Jungen stürzen sich mit ihren Brettern in die Brandung. Ward folgt ihnen nur zögerlich. Um ihn herum rauscht das Meer, lockt und flüstert. Ward weiß, dass ihn sein Vater beobachtet, der auf der Veranda hinter ihm mit den Mädchen flirtet, in deren Anwesenheit er selbst immer nur hilflos um Worte ringt. Doch in diesem Sommer wird das Meer alles verändern...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.08.2005
Hingerissen zeigt sich Christoph Schröder von dieser "charmanten Urlaubserzählung" über einen fünfzehnjährigen Tagträumer an der Schwelle zum Erwachsenenleben. Besonders angetan hat es ihm dabei der "impressionistische Stil", in dem die Autorin Kirsty Gunn die an einem Tag spielende Geschichte des schüchternen Surfers Ward erzählt: in hingetupften, kurzen Momente und nicht-chronologisch aneinander gereiht. Entstanden ist eine "stille, atmosphärische Erzählung" von jugendlicher Verzweiflung und Auflehnung, von der Angst vor der eigenen Feigheit, den Schwierigkeiten, aus dem langen Schatten der Eltern zu treten. Nur die dramatische Zuspitzung am Ende des Buchs, als Ward seinem Vater, einer allseits verehrten Surferlegende, das Leben rettet, findet Schröder zu dick aufgetragen. Hier laufe Gunns ansonsten so "feine und unspektakuläre" Erzählung fast aus dem Ruder. Doch zur Freude Schröders findet Gunns Erzählung ganz zum Schluss wieder zu ihrer Balance zurück.
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