In Hannover war Ende der 1970er Jahre so wenig los, dass man selbst etwas unternehmen musste, wenn man ein wenig Spaß haben wollte. Als Punk explodierte, fiel er in der betulichen und spießigen niedersächsischen Landeshauptstadt somit auf fruchtbaren Boden. Gelangweilte Jugendliche und unzufriedene linke Studenten gründeten Bands, Fanzines und Labels - und stellten die Verhältnisse vorübergehend auf den Kopf. Ihre zentrale Parole: Ohne Scorpions, Jane, Eloy in die 80er Jahre! Klaus Abelmann und Hollow Skai, Annette Benjamin (Hans-A-Plast), Peter Ahlers (Blitzkrieg) und Heinrich Dubel (Rosa), David Spoo (Klischee), Jens Gallmeyer (Der Moderne Man) und Annette Simons (Bärchen und die Milchbubis), Emilio Winschetti (Mythen in Tüten), Angelique Upstart und Karl Nagel (Punkfoto) erzählen hier erstmals, wie der Punk nach Hannover kam - und warum es von 1977-1983 dort aufregen-der war als in Berlin, Düsseldorf oder Hamburg.
Rezensent Ulrich Gutmair liest gierig die Geschichten der Insider in dem von Klaus Abelmann herausgegebenen Band über Hannovers Punk-Szene. Darin entdeckt er eine neue Fassung eines der für ihn besten Texte über Punk überhaupt: Klaus Abelmanns Alles, was Sie schon immer über Punk wissen wollten …" von 1980. Wie Abelmann die Quintessenz einer Punk-Fete auf den Punkt bringt - stark, findet Gutmair. Und erste die vielen Fotos im Band! Gutmair stellt fest: Punk war vom Outfit her viel vielfältiger als man glaubt. Blitzkrieg-Bärbel etwa trägt zur Tolle Schnauzer und Koteletten!
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