Klaus Hänsch, ehemaliger Präsident des Europäischen Parlaments, erzählt, wie in Straßburg und Brüssel Politik gemacht wird und wie Europa sein Leben prägte. Seine Erinnerungen erlauben einen Blick in die Seele des "Kontinents der Hoffnungen" und hinter die Kulissen komplizierter Entscheidungsprozesse. So manches Vorurteil gegen "die in Europa" bleibt da auf der Strecke. Der im schlesischen Sprottau geborene Sozialdemokrat beantwortet die Frage nach der Bedeutung Europas zunächst mit einer eigenen Geschichte: Seine Familie floh 1945 aus dem heutigen Polen. Er wuchs in Flensburg auf, studierte in Paris und wurde 65 Jahre später Ehrenbürger von Szprotawa, seiner Geburtsstadt. Hänschs Botschaft: Europa hat die Gegnerschaften von Krieg und Nachkriegszeit überwunden und muss sich nun gemeinsam seiner globalen Verantwortung stellen. Und die Menschen erkennen, dass sie politisch und wirtschaftlich von einer starken EU profitierten. Während seiner Zeit in Straßburg entwickelte sich das einst machtlose Europäische Parlament zu einer Schaltstelle der europäischen Willensbildung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.01.2011
Ein engagiertes Plädoyer für die EU erblickt Martin Winter in diesen Erinnerungen von Klaus Hänsch. Er würdigt den einstigen Präsidenten des Europäischen Parlaments als EU-Veteran und Kenner der Materie. Untergangsvisionen und Schwarz-Weiß-Malerei tritt der Autor nach Ansicht Winters überzeugend entgegen, ohne die Probleme der EU zu ignorieren. Hänschs Überlegungen zur europäischen Identität findet er sehr beachtlich. Grenzen und Möglichkeiten der europäischen Einigung werden für ihn deutlich. Sein Fazit: ein Buch, das nicht nur kenntnisreich und gescheit ist, sondern - was man bei diesem Thema nicht unbedingt erwartet hätte - auch unterhaltsam.
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