Selbst elementare Kenntnisse der Geschichte Chinas sind hierzulande noch immer Mangelware. Klaus Mühlhahn beschreibt in seiner umfassenden Darstellung, wie sehr das Land auf seinem Weg von der gedemütigten Halbkolonie zur globalen Supermacht unserer Tage von der eigenen Vergangenheit geprägt wurde. Denn Chinas holpriger Weg in die Moderne ist nicht nur als eine Aufholjagd gegenüber dem Westen zu verstehen, sondern als ein großes Ringen um eine eigenständige chinesische Moderne. Wer Chinas phänomenalen Aufstieg, seine Widersprüche und Gegensätze begreifen will, der kommt an diesem grundlegenden Werk nicht vorbei. Chinas Geschichte seit dem späten 17. Jahrhundert ist durchzogen von Krisen, Reformen, Revolutionen und Kriegen. Zugleich aber hat das Land stets eine hohe Widerstandsfähigkeit und Beharrlichkeit bewiesen. Selbst im "Jahrhundert der Erniedrigung", als europäische Kolonialmächte das Sagen hatten, konnte es eine halbsouveräne Stellung behaupten. Klaus Mühlhahn schildert Chinas Geschichte von der Qing- Dynastie bis zu Xi Jinping und nimmt dabei von der Politik über die Gesellschaft bis zur Wirtschaft und Umwelt alle Felder detailliert in den Blick.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2022
Sehr lobend äußert sich Rezensent Alexander Armbruster über Klaus Mühlhahns Geschichte des modernen Chinas, auch wenn er in seiner kurzen Kritik nicht sehr konkret wird. Armbruster sieht in diesem Buch die Entwicklung des Landes mit seinen immensen Wendungen gut analysiert, nichts beschönigt und nichts verharmlost. Aufklärung im besten Sinne, meint Armbruster, der eine wichtige Lektion über China hinaus mitnimmt: Auch bewährte Strukturen können mit der Zeit brüchig werden.
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