Chinas Staatschef hat eine Machtfülle erreicht wie vor ihm nur Mao Zedong, er ist Staatschef auf Lebenszeit. Sein 'Gedankengut für das neue Zeitalter des Sozialismus chinesischer Prägung' ist die neue Leitlinie, Kritik an Xi gilt als verfassungswidrig. Sicher ist: Xi Jinping wird nicht nur China in den nächsten Dekaden lenken und leiten, er wird unser aller Zukunft bestimmen. Höchste Zeit also, uns mit seiner Sicht auf die Welt vertraut zu machen!
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.01.2019
Nadine Godehardt und Paul J. Kohlenberg lernen bei Kerry Brown die Sprache Xi Jinpings kennen und fürchten. Außer einem biografischen Abriss über den chinesischen KP-Vorsitzenden bietet der Band des China-Spezialisten ihnen eine Einordnung von Xis Reden in den Kontext der chinesischen Politik. Laut Rezensenten schafft der Autor damit auch eine Grundlage für das Verständnis von Chinas globaler Politik, so wenn er zeigt, wie China westliche Ideen über bestimmte Begriffe mit dem eigenen Diskurssystem verbindet.
Thomas Speckmann erfährt aus dem Buch des Sinologen Kerry Brown tatsächlich, was man über China heute wissen muss. Wie der Autor die Rolle Xi Jinpings sehr sachlich in die Nachkriegsgeschichte Chinas einordnet, eine Linie von Mao über Deng zu Xi zeichnet, ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede und schließlich ein Kontinuum herausarbeitet, das er den gegenwärtigen Machtverhältnissen in China zugrundelegt, findet Speckmann treffend. Die Erfahrungen des Autors als langjähriger Erster Sekretär der Britischen Botschaft in Peking kommen dem Buch laut Rezensent zugute.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.08.2018
Schon die unter dem Titel "The Rise of Xi Jinping" erschienene Biografie des ehemaligen Diplomaten und Politikprofessors Kerry Brown hat Rezensent Jürgen Osterhammel mit Gewinn gelesen - entsprechend erwartungsfroh nimmt er nun die hier vorliegende essayistische Nachbetrachtung zur Hand, in der Brown allerdings einiges an Wissen voraussetzt, wie der Kritiker hinzufügt. Anhand der Interpretation zahlreicher Reden des chinesischen Staatspräsidenten versuche der Autor zu dessen Wesenskern vorzudringen, informiert der Rezensent, der Xi hier nicht als machtbesessenen Tyrannen, sondern als "Realist aus der Schule des großen Deng Xiaoping" kennenlernt. Weniger auf Wirtschaftswachstum setzend als seine Vorgänger und um wirtschaftliche Schwierigkeiten wissend, konzentriere er sich "rational und skrupellos" vor allem auf das Narrativ der "Erstrangigkeit" Chinas, um den Zusammenhalt in der chinesischen Gesellschaft zu stärken, liest Osterhammel. Den Sinn für Widersprüchlichkeiten rechnet der Kritiker Brown hoch an.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.08.2018
Mit seinem ersten Buch über Xi Jinping hatte sich der britische Sinologe Kerry Brown einen gewissen Ruf unter China-Kennern erworben, weiß Rezensentin Edeltraud Rattenhuber, die jedoch von den vielgelobten scharfsinnigen Beobachtungen im vorliegenden Band wenig entdeckt. Viel zu distanzlos findet sie dieses Buch über den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping, das sich die Rhetorik der KP sträflich zu eigen mache. Immer wieder gehe Brown der Propoganda auf den Leim, meint die Rezensentin, leider ohne dies an konkreten Beispielen zu zeigen. Schließlich fragt Rattenhuber bestürzt, ob sich die apologetische Sicht unter China-Experten als "realpolitisch" durchgesetzt hat.
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