Tragen gesellige Vereine für Musik, Sport und Gärtnerei im 19. und 20. Jahrhundert zu sozialer Integration bei? Dieser Frage stellt sich die Studie und vergleicht über zwei Jahrhunderte hinweg die Entwicklung deutscher und britischer Vereine. Sie zeigt, dass Vereine in beiden Ländern sozial integrativ wirkten, aber auch dazu dienten, soziale Ausschlüsse vorzunehmen, Statusunterschiede hervorzuheben und Abhängigkeiten zu festigen. In Großbritannien inspirierte die kommerzielle Populärkultur die Vereinsbildung, Vereine wurden von wirtschaftlichen Unternehmen wie Presseverlagen oder Brauereien materiell unterstützt. In Deutschland dagegen übte der Staat den prägenden Einfluss aus, indem er Freizeitvereine erst kontrollierte und sie dann zu "gemeinnützigen" Zwecken förderte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.02.2010
Bei Klaus Nathaus' Versuch eines Vergleichs zwischen deutschen und britischen Vereinen im 19. und 20. Jahrhundert, bei dem sich der Autor auf Georg Simmel bezieht, wie Siegfried Weichlein feststellt, fehlt etwas. Dass beim Angeln, Singen und Kleingärtnern Geselligkeit organisiert wird, will Weichlein gern glauben. Ebenso das von Nathaus gezeichnete Bild von britischer Marktnähe und deutscher Staatsnähe bei den Vereinen. Vermisst hat der Rezensent das Thema politische Sozialisation. Neben Geselligkeit, findet Weichlein, organisierten Vereine schließlich immer auch Werte und Haltungen und die politisch relevante Ressource Solidarität, und verweist auf die Anfänge der Gewerkschaften.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…