Das Buch befasst sich mit der jüdischen Geschichte und Gegenwart in Deutschland seit 1989. Im Mittelpunkt steht eine quantitativ und qualitativ geführte Studie, in der junge russischsprachige Jüdinnen und Juden sich über ihr Verhältnis zu Deutschland und Israel, sowie über familiär geprägte Erinnerungskulturen äußern und über ihre Erfahrungen als "Russen" und Juden in der deutschen Einwanderungsgesellschaft sprechen, über soziale Aufstiege und Diskriminierungen. Zur Sprache kommt ihr Verständnis vom Judentum, von mehrheitlich säkular geprägten Lebensentwürfen, aber auch von religiöser Suche, sowie alte und neue Formen jüdischer Vergemeinschaftung. Zeugen diese Schilderungen von einem Wandel jüdischen Lebens in Deutschland, so zeigt ein historisch vergleichender Blick in die besonderen Bedingtheiten der jüdischen Nachkriegsgemeinschaft in Deutschland, dass alteingesessene und neu zugewanderte Juden möglicherweise mehr miteinander teilen, als sie bislang angenommen haben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 28.05.2022
Rezensent Micha Brumlik empfiehlt die Studie von Karen Körber und Andreas Gotzmann allen immigrationspolitisch Interessierten, die über das Judentum in Deutschland, besonders in der Zeit nach dem Ende der DDR Genaueres erfahren möchten. Über die sogenannten "Kontingentflüchtlinge" aus der ehemaligen Sowjetunion schreiben die Historikerin und der Judaist laut Brumlik Erhellendes, indem sie Lebenswirklichkeiten darstellen oder der Frage nach der religiösen Identität der Immigrierten nachgehen. Die in den Band eingeflossenen Interviews mit jungen jüdischen Menschen in Deutschland sowie die kenntnisreiche Darstellung von Forschungsergebnissen ergeben für Brumlik eine "luzide" Lektüre.
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