Vom jugendlichen Rock'n'Roller über den politischen Protestsänger, der sich zum Rock-Poeten wandelt, sich einem evangelikalen Christentum zuwendet, sein Judentum wiederentdeckt, die amerikanischen Volksmusikströmungen neu erschließt und seit 1986 ununterbrochen auf Tour ist. Wie als Kommentar zu dieser Lebensgeschichte ist sein Werk von der Figur des Reisenden durchzogen, der beides zugleich ist: Streuner und Pilger, Hobo-Pilgrim. Dieser Figur nachgehend zeichnet Knut Wenzel ein faszinierendes theologisch-literarisches Bild des Werks und des Menschen Bob Dylan.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.05.2011
Ein Theologe also macht sich daran, uns Bob Dylan zu erklären. Edo Reents findet's in Ordnung, solange Knut Wenzel plausibel, sozusagen irdisch bleibt, bei seiner Darstellung des Hobos, dieser, wie Reents weiß, zentralen Figur aus Dylans Welt. Sobald Wenzel allerdings zu arg vom transzendierenden Glanz im Licht der Liebe faselt, scheint ihm die Gabe des Autors, aus dem Teil das große Ganze hervorzuzaubern plötzlich klein. Dylans Sündenregister hin oder her. Reents legt das Buch schließlich beiseite, wenn der Autor ihn mit Sprachmanierismen nervt und musikalische Serialität auf gotische Kathedralen reimt.
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