Als Eddy Joe Cotton neunzehn war, ließ er an einem kalten Wintermorgen seinen alten Hippie-Vater in Denver, Colorado, zurück. Er wußte nicht, wo seine nächste Bleibe sein würde, nur, daß er gute Stiefel hatte und unterwegs sein wollte. Irgendwann springt er auf einen Zug, und mit dem Fahrtwind erfasst ihn ein Sog, der ihn zehn Jahre auf Güterwaggons durch die Weiten Amerikas driften läßt. Wie die Hobos, jene Arbeiter, die zur Zeit der Eisenbahnerschließung auf Achse waren, zieht er durchs Land, verdient zwischendurch Geld oder auch nicht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.12.2003
Stefan Fischer ist überrascht von Eddy Joe Cotton und zieht seinen Hut. Denn Cotton sei zwar ein "Stänkerer" und seine Prosa "ungeschliffen", trotzdem habe er mit dem Bericht über seine Zeit als Hobo einen "dokumentarischen Bildungsroman" geschrieben. "Mitunter selbstgefällig" berichte Cotton, wie er als Tramp auf amerikanischen Güterzügen quer durch den Westen der USA reiste, mit dem unerreichten Ziel Mexiko, letzten Endes aber nur um des Reisens willen. Mit Romantik hat das Fahren in den "stockdunklen Verliesen" nicht viel zu tun, weiß Fischer nach der Lektüre. Andererseits berichte Cotton von beinahe endlosen Augenblicken und fast religiöser Ergriffenheit, die er "da draußen" erfahren habe, und diese Spannung zwischen Realismus und Ekstase macht für Fischer das Buch interessant.
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