Herausgegeben von Isabell Lorey und Klaus Neundlinger. Aus dem Englischen, Französischen und Italienischen von Therese Kaufmann und Klaus Neundlinger. Kreativität, Erfindungskraft und Wissen sind Brennpunkte gegenwärtiger Produktionsweisen, eine Entwicklung, die international unter der Bezeichnung "kognitiver Kapitalismus" diskutiert wird. Zentrale Begriffe in diesem Zusammenhang sind: immaterielle Arbeit, kreative Arbeit, kognitive Arbeit, affektive Arbeit, Wissensökonomie und Wissensgesellschaft. Die Rolle der Erfindungskraft und der Wissensproduktion als "Rohmaterial" einer neuen ökonomischen Ordnung entsteht vor dem Hintergrund der raschen Entwicklung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien, der Neuordnung des "geistigen Eigentums" sowie der Transformation von Wissen zu Waren. Der kognitive Kapitalismus löst den industriellen Kapitalismus keineswegs ab, sondern beide entwickeln sich im Kontext globaler Arbeitsteilung in Relation und parallel zueinander.
Andrea Roedig begrüßt diesen von Isabell Lorey und Klaus Neundlinger herausgegebenen Band mit Aufsätzen über die Bedeutung der Ressource Wissen im Kapitalismus. Sie hebt hervor, dass die zahlreichen Texte von französischen und italienischen Autoren eine Diskussion zugänglich macht, die hierzulande noch einer breiten Rezeption harrt. Im Zentrum sieht sie die Frage nach der inneren Logik des gegenwärtigen wissensbasierten Kapitalismus. Die Thesen der Autoren scheinen ihr "auf wohltuende Weise radikal" und sie animieren sie durchaus zum Widerspruch. Kritisch betrachtet sie insbesondere die Weigerung des Bands, Wissen als Ware zu verstehen. Manche Texte kommen der Rezensenten allerdings ein wenig zu klassenkämpferisch platt daher. Nichtsdestoweniger bietet der Band in ihren eine Menge Zündstoff für wichtige und notwendige Diskussionen, auch im Blick auf die Urheberrechts- und Commons-Debatte.
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