St. Gallen, eine mittelgrosse Schweizer Stadt in den 1950er Jahren. Ein neugieriger Knabe sieht sich um, entdeckt seine nächste Umgebung, die "Frohburg", ein Vorstadtidyll mit Stallungen, Hinterhof und kleinem Park. Seine Streifzüge durchs Quartier sind aber stets auch von Ängsten geprägt; das "Schlimme", wie er es nennt, lauert für ihn beim Gaswerk, beim Schlachthof, im Volksbad. Er sinnt nach Strategien, um es zu bannen, und wird fündig: Das Schlimme beim Namen nennen, nicht ausweichen oder verdrängen... Das "Schlimme" durch Begreifen bannen. Die endgültige Befreiung von den einengenden Konventionen des Denkens erfährt der nunmehr erwachsenen Konrad Hummler am anderen Ende der Welt, hoch über dem Pazifik, bei nicht untergehender Sonne am Polarkreis.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.09.2021
Rezensent Roman Bucheli sieht zwar, dass Konrad Hummler mit seinen Aufzeichnungen die Lesererwartungen "in aufreizender Weise unterläuft", wenn er lieber vom Jonglieren und alten Pfadfinderfreundschaften erzählt, als vom Untergang der Privatbank Wegelin. Für Bucheli scheint das aber zu funktionieren, weil diese Spannung für ihn einen kafkaesken Reiz entfaltet, wie er freundlich über diese Erinnerungen des NZZ-Verwaltungsratspräsidenten schreibt.
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