Halbwahrheiten, Meinungsblasen, Propaganda, Euphemismen, Fake News, Verschwörungstheorien - lauter Lügen. Schrill, unüberseh- und unüberhörbar dominieren sie die Medien und die Diskurse. Um in diesem Gewirr und auch abseits davon die Wahrheit zu erhaschen, bedarf es eines scharfen Blicks und Ohrs.Konrad Paul Liessmann seziert die Gegenwart, sowohl aus der Distanz und mit sanfter Ironie als auch engagiert und mit großem Ernst. Hinter den pathetischen Formeln unserer Kultur erkennt er deren beengte Verhältnisse, in den Alltäglichkeiten unseres Denkens entdeckt er die Signaturen der Epoche.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.03.2023
Konrad Paul Liessmann kann den Anspruch, mit seinen Zeitungskolumnen über sechs Jahre den Zeitgeist eingefangen zu haben, nicht einlösen, findet Rezensent Stephan Wackwitz. Das Problem des Buches sei nicht nur, dass der im Ruhestand befindliche österreichische Philosophieprofessor sich mit seiner Selbsteinschätzung von Meistern des Fachs abheben will, sondern seine persönlichen Beobachtungen zu Fakten erklärt. Zwar seien seine Kolumnen von 2016 bis 2022 "brillant zugespitzte Sentenzen", die Wackwitz inhaltlich meistens teilt, aber ihn stört, dass Liessmann für seine Ansichten keinerlei nachvollziehbare Begründungen liefert. Dadurch entsteht für den Rezensenten nicht mehr als eine "erdrückende Meinungspräponderanz" des gelehrten Autors.
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