Im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes herausgegeben von Jörg Hillmann und John Zimmermann. Mit 19 Abbildungen. Die Beiträge dieses Bandes zeigen, dass die seit Mai 1945 überlieferte gängige Formel des Kriegsendes nicht haltbar ist, da sich kollektive und individuelle Erfahrungen mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges nur schwer zusammenfassen lassen. Selbst die einschlägige Meinung vom institutionalisierten Kriegsende im Mai 1945 erwies sich als brüchig. Tatsächlich endete der Krieg zu diesem Zeitpunkt nur auf dem Papier; für einige Individuen und Gruppen war er längst vorbei, für andere noch lange nicht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.07.2002
Das Kriegsende 1945 in Deutschland, hält Rezensent Rainer Blasius eingangs fest, wurde in einer Vielfalt von Perspektiven erlebt und wahrgenommen, die sich nicht auf einen eindeutigen Nenner bringen lassen. Diesem Umstand trägt die neueste Publikation des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes nach Blasius' Ansicht Rechnung. So befassen sich die "höchst informativen und meist bedenkenswerten" Beiträge laut Blasius mit dem "offiziellen" und dem "institutionellen" Kriegsende ebenso wie mit "kollektivem" und "individuellem" Erleben des Untergangs, mit den Fotos der 'Berliner Illustrierten Zeitung' über den "Endkampf" oder der Bedeutung des Zweiten Weltkriegs in den "Erinnerungskulturen der Deutschen" im ersten Nachkriegsjahrzehnt. Neben Heinrich Schwendemanns und Jörg Hillmanns Beitrag über die von Großadmiral Karl Dönitz betriebene Legendenbildung, Jörg Echternkamps Untersuchung der Prägung des Selbstverständnisses der west- und ostdeutschen Nachkriegsgesellschaft durch die Beschäftigung mit der Kriegsvergangenheit und Kathrin Orths Analyse des "Durchhalte"-Effekts bei den fahrenden Einheiten wie den U-Booten, hebt Blasisus insbesondere John Zimmermanns Beitrag über die Verbindung von Befehl und Gehorsam hervor.
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