Aus dem Litauischen von Gottfried Schneider. Kristijonas Donelaitis gilt im heutigen Litauen als Begründer der litauischen Literatur, auch wenn von der poetischen Produktion Donelaitis' zu Lebzeiten nichts veröffentlicht wurde und nur in Abschriften zirkulierte. Sein Hauptwerk ist eine nach und nach entstandene Folge von Szenen aus dem Leben der litauischen Bauern in Ostpreußen, geordnet nach den vier Jahreszeiten und in Hexametern verfasst, die den Singsang der gesprochenen Sprache wunderbar wiedergeben und von Arbeit und Festen, von der Landschaft und den Tieren, von Frondienst, Freude und Last, vom dörflichen Zusammenleben erzählen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.02.2021
Es freut Birthe Mühlhoff sehr, dass dieses Buch, 2016 bereits bei Langewiesche-Brandt erschienen, von C.H. Beck noch einmal publiziert wurde. Tief hineinbegeben hat sich die Kritikerin in die Dörflichkeit und das Verhältnis zur Natur, wie es sich in diesem frühen und zu seiner Zeit sehr innovativen Text, einem Lehrgedicht, ausdrückte, in dem eher Tiere als Gottes Geschöpfe gesehen werden und der Mensch ein Störender ist. Man erfährt von Mühlhoff vieles über die ursprünglichen Schreiber, Übersetzer, Kommentatoren -, allesamt, wie es scheint, streng lutherisch und in Pfarrhäusern sozialisiert. Begeistert ist sie von der Präsenz so vieler Nationalitäten und Sprachen in dieser dörflichen Welt, wie sie durch Neuansiedlungen protestantischer Rebellen aus der Romandie und Österreichs nach der Entvölkerung durch die Pest entstand. Die Lebensklugheit des Autors hat die Kritikerin ebenso fasziniert wie der Einblick in ein Stück vergessene europäische Geschichte der kleinen Leute.
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